Handball

In der Halbzeitpause haben die Füchse alles vergessen

Zwar zeigt das Berliner Handballteam beim 24:24-Unentschieden in Wetzlar 30 Minuten lang eine gute Leistung, aber danach verspielt es erneut einen komfortablen Vorsprung.

Foto: FrankHoermann/SVEN SIMON / picture alliance / Sven Simon

Silvio Heinevetter war außer sich. Aber alle Proteste des Torwarts der Füchse Berlin bei den Schiedsrichtern und beim Kampfgericht nutzten nicht. Der Treffer von Wetzlars Kapitän Jens Tiedtke zum 24:24 wenige Sekunden vor Schluss wurde anerkannt. Dass der Schütze bei seinem Wurf bereits im Kreis stand, war den Unparteiischen Lars Geipel und Marcus Helbig entgangen, die eigentlich als bestes Schiedsrichtergespann im deutschen Handball gelten. Doch am Freitag in der Wetzlaer Rittal-Arena war nicht ihr Tag.

Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson musste sich zurückhalten: „Wir dürfen nichts sagen über die Schiedsrichter“, antwortete er auf Nachfrage. Sonst droht eine Strafe. Aber der Isländer machte auch klar, dass sich die Berliner nicht hinter fragwürdigen Entscheidungen der Referees verstecken wollten. „Normalerweise muss man einen Vorsprung von sieben Tore nach Hause spielen.“

15:8 für die Füchse hatte es bei Halbzeit gestanden. 30 Minuten lang hatten sie geglänzt und die richtige Antwort gegeben auf das, was zuletzt alles daneben gegangen war. Der Saisonstart mit 9:9 Punkten war unerwartet schlecht, der Tiefpunkt am vergangenen Dienstag beim 26:26 in eigener Halle gegen Aufsteiger HC Erlangen erreicht. „In Wetzlar hat in der ersten Hälfte alles gepasst“, lobte Geschäftsführer Bob Hanning. Dies sei auf alle Fälle ein großer Fortschritt.

Fabian Wiede und Paul Drux angeschlagen

Aber dann: „Wir haben es nicht geschafft, nach der Pause genauso weiterzumachen wie vorher“, bemängelte Linkshänder Konstantin Igropulo, der beim Stand von 20:17 (50. Minute) wohl alles hätte klarmachen können, aber mit einem schlecht geschossenen Siebenmeter scheiterte. „Wie gegen Erlangen sind wir auch diesmal von unserer Linie abgewichen“, kritisierte Hanning.

Einen Grund dafür konnte niemand nennen. „Wir sind nach dem Wechsel nervös geworden“, meinte der Trainer und fügte kryptisch an: „Man kann sich natürlich fragen, warum das so war. Ich habe meine Theorie...“ Näher wollte er darauf nicht eingehen.

Wie die Partie am Freitagabend lief, „passt in unser momentanes Bild“, so Hanning. Dass auch noch Fabian Wiede (Rücken) und Paul Drux (Sprunggelenk) angeschlagen zurückkamen, gehört ebenso dazu. Momentan kommt bei den Füchsen alles zusammen. „Aber“, beugte Bob Hanning gleich vor, „das durchbricht man nicht durch einen Trainerwechsel.“