Von Träumen ist oft die Rede, wenn Bob Hanning spricht. Der Geschäftsführer der Füchse Berlin sieht nach dem Pokalsieg einen Traum Wirklichkeit geworden, da der Handball-Klub nach 123 Jahren den ersten Titel gewonnen hat. Der nächste Traum wurde am Dienstag wahr, als die jungen Hoffnungen Fabian Wiede, 20, und Paul Drux, 19, Verträge bis 2019 unterschrieben. Traum Nummer drei soll am Wochenende in Erfüllung gehen, wenn in der Schmeling-Halle die Vierer-Endrunde um den EHF-Pokal stattfindet. Es ist die ganz große Chance für die Füchse, sich auch die erste internationale Trophäe zu sichern.

Aber es gibt im Leben auch Albträume, die einen um den Schlaf bringen. Darüber spricht Hanning zwar nicht, aber Fakt ist, dass es wenige Tage vor dem Höhepunkt – trotz aller Vorfreude – nicht gerade traumhaft bei den Füchsen aussieht.

Da ist zum einen die personelle Situation: Pavel Horak kann wegen einer Knieverletzung sowieso nicht eingesetzt werden. Und die beiden Rückraumspieler Bartlomiej Jaszka und Iker Romero sind immer noch angeschlagen. Sie plagen sich mit Schulterproblemen herum und wurden zuletzt in der Bundesliga sicherheitshalber nicht eingesetzt. Doch was ist mit einem Einsatz im Halbfinale (Sonnabend, 14.30 Uhr) gegen gegen ungarischen Vertreter Pick Szeged? „Es wird sehr, sehr knapp“, sagt Trainer Dagur Sigurdsson. Dabei wird das Duo dringend benötigt, um den Sprung ins Finale (Sonntag, 15.35 Uhr) zu schaffen.

Mangel an Hotelbetten als großes Problem

Am meisten treibt Hanning aber ein anderes Thema um: „Wir haben noch viel zu viele Karten.“ Anfangs sah es aus wie ein Selbstläufer, ruck, zuck waren einige tausend Tickets weg. Man setzte jedoch vergeblich auf Fans von den drei anderen Klubs aus Szeged, Montpellier und Constanta. Statt der erhofften 1500 Karten nahmen die ausländischen Gäste nur 330 Tickets ab. Der Hauptgrund: Es gibt über das Wochenende mit dem DFB-Pokalfinale keine adäquaten Hotelbetten in der Stadt. „Wir hatten viele Anfragen, konnten aber keine Hotels anbieten, wir kriegen die Leute nicht unter“, sagt Hanning.

„Wenn wir aber eine schwarze Null schreiben wollen, müssen wir unbedingt noch mehr Karten verkaufen“, wirbt er. Tickets gibt es an den üblichen Vorverkaufsstellen oder auch über die Füchse-Internetseite (www.fuechse-berlin.de).

400.000 Euro kostet das Event, die Füchse mussten in Vorlage gehen. 185.000 Euro werden an Prämien für die vier Teams ausgeschüttet, allein 100.000 Euro davon bekommt der Sieger. Mit Blick auf Trainer Sigurdsson sagt Hanning: „Du solltest gewinnen, Dagur, das würde echt helfen...“