Den umjubelten Schlusspunkt vor 7439 Zuschauern setzte Iker Romero. Als alle mit einem Zuspiel rechneten, lief der Spanier im Trikot der Füchse Berlin noch ein paar Schritte und erzielte den 25. Treffer für den Handball-Bundesligisten. Danach war’s vorbei – und TuS Nettelstedt-Lübbecke war mit 25:23 (13:11) besiegt. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson. „Die Einstellung war sehr, sehr gut.“ Mit diesem Erfolg sind die Berliner jetzt nicht mehr vom fünften Platz zu verdrängen.

Bevor es richtig losging, hatten alle bereits Emotionen in ihrer ganzen Bandbreite erlebt: Erst wurde das Frauen-Team der Spreefüxxe gefeiert, das den Aufstieg in die Bundesliga geschafft hat. Danach wurde still Manfred von Richthofens gedacht. Der verdiente Sportpolitiker, der den Füchsen als Aufsichtsratsmitglied eng verbunden war, war am Donnerstag im Alter von 80 Jahren gestorben.

Die Füchse, ohne Spielgestalter Bartlomiej Jaszka (Schulterprobleme), taten sich erst einmal schwer. Viele Fehlwürfe (darunter zwei Siebenmeter) und technische Fehler führten zu einem 3:6 (14. Minute). Das Fehlen des verletzten Pavel Horak (Knie) und eben von Jaszka machte sich bemerkbar. „Dadurch ist bei uns einiges zusammengewürfelt“, meinte Sven-Sören Christophersen, der nach viermonatiger Verletzungspause in diesem Jahr zum ersten Mal auf dem Parket in der Schmeling-Halle stand. Doch langsam wurde es bei den Berlinern besser, und es war Fabian Wiede, der sein Team nach 25 Minuten erstmals in Führung brachte (11:10) und auch den Halbzeitstand besorgte (13:11).

Doch die Führung war schnell dahin, weil die Füchse noch einmal in den Fehler-Modus schalteten. Erneut musste man Rückständen hinterherlaufen (13:14, 15:16, 20:21). Aber dann waren es der jugendliche Sturm und Drang von Paul Drux („Wir haben uns richtig reingekämpft“), die Reaktionsschnelligkeit von Torhüter Silvio Heinevetter und die Routine des unverwüstlichen Romero (wie Konstantin Igropulo bester Werfer mit fünf Toren), die den sechsten Pflichtspielsieg in Folge sicher stellten.