Bartlomiej Jaszka hat in seiner Karriere schon sehr viel erlebt, daher warnt er: „Wir dürfen nicht arrogant sein.“ Aber was kann eigentlich passieren? Die Füchse, das Team des polnischen Handballprofis, treffen am Sonnabend (19 Uhr, Schmeling-Halle) in der Bundesliga auf den Aufsteiger TV Emsdetten. Der Vierte Berlin gegen das Schlusslicht. „Respekt muss man immer haben“, sagt der 30-Jährige, den alle nur „Baba“ nennen.
Jaszka wird gegen Emsdetten wie immer das Spiel der Füchse in der Rückraum-Mitte dirigieren, auch wenn er sich noch „etwas müde“ fühlt nach dem Supercup am vergangenen Wochenende, wo er für Polen (bisher 142 Länderspiele/588 Tore) im Einsatz war. Fehlende Energie hatte er am Mittwoch beim Sieg in Gummersbach aber „mit viel Cleverness“ mehr als wettgemacht, wie Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson sagt. Für den Coach steht fest: „Er ist im Angriff der absolute Kopf der Mannschaft.“
„Rentenvertrag“ für den 30-Jährigen bis zum Jahr 2017
Dabei war Jaszka einst eine echte Notverpflichtung. Nach dem Aufstieg in die erste Liga 2007 mussten die Berliner nach einigen Spielen feststellen, „dass unsere Leistung nicht reichte“, wie sich Geschäftsführer Bob Hanning erinnert. Es musste nachgebessert werden. Hannings Wahl fiel im Dezember 2007 auf ein polnisches Duo – eben Jaszka und dessen Vereinskollegen von Zaglebie Lubin Michael Kubisztal.
Während Kubisztal die Erwartungen „nur bedingt“ (Hanning) erfüllte, hat sich Jaszka eindrucksvoll durchgesetzt und gehört inzwischen zum Klub-Inventar. Er ist der unumschränkte Chef auf dem Spielfeld. Wenn Hanning über den Spielmacher spricht, bricht schnell Begeisterung durch. „Eigentlich“, sagt er, „sollte ich als Geschäftsführer ja objektiv sein, trotzdem sage ich: Er ist mein Lieblingsspieler.“ Der im Dezember 2011 mit einem „Rentenvertrag“ bis 2017 ausgestattet wurde.
Jaszka hatte auch andere Optionen. Rückblickend nennt er drei Gründe, die für Berlin sprachen: „Dagur und Bob vertrauen mir, so kann ich meine beste Leistung zeigen.“ Zum zweiten wolle der Klub „immer Schritt für Schritt weiterkommen“. Und dann war noch die Nähe zur Heimat wichtig. „Nur 400 Kilometer“ sind es bis Ostrow Wielkopolski, wo Frau und Kind wohnen. Am Sonnabend hat Aneta ihre Magisterprüfung im Bereich Marketing. Danach soll es zur Familienzusammenführung kommen.
Routiniers sind Lehrmeister für die Jungen
Als „leisen Menschen“ charakterisiert Hanning den Polen. „Wenn er möchte, kann er bis zum Karriereende bei den Füchsen bleiben.“ So wie Torwart Petr Stochl, 37, der seit 2006 im Klub ist und dessen Vertrag 2016 endet.
Als „unseren Daniel Düsentrieb“ hat Hanning den Spieler einmal bezeichnet. Der Comicheld von Walt Disney ist berühmt für seine genialen Ideen und seinen Einfallsreichtum. Dabei ist Jaszka mit 1,84 Meter Größe und einem Gewicht von 88 Kilogramm für einen Handballprofi auf seiner Position schmächtig.
Routiniers wie Iker Romero, 33, und eben Jaszka sind für die Jungen im Team auch Lehrmeister. „Natürlich können sie von meiner Erfahrung profitieren“, sagt Jaszka. Immer wieder gibt er Tipps für die Nachwuchskräfte Jonas Thümmler, 20, Fabian Wiede, 19, und Paul Drux, 18, der gegen Emsdetten erstmals in dieser Saison im Profikader steht. „Sie sind in guten Händen“, weiß Sigurdsson.





