Handball

Füchse Berlin nehmen Kurs auf die Champions League

Das Berliner Handball-Team schlug die Rhein-Neckar Löwen und freut sich über Patzer der Konkurrenten Hamburg und Flensburg. Die Mannschaft von Trainer Sigurdsson ist Platz vier ein Stück näher gekommen.

Foto: Jan-Philipp Strobel / dpa

„Das war ein prima Tag für uns“, sagte Konstantin Igropulo und grinste nach dem 32:26 (15:11) der Handball-Füchse gegen die Rhein-Neckar Löwen. Zu diesem Zeitpunkt wusste der Berliner Rückraumspieler nicht, dass es noch besser kommen sollte.

Gut eine Stunde später, die Spieler saßen noch im Vip-Raum, kam die frohe Botschaft: Überraschend hatte der HSV Hamburg am Dienstagabend daheim mit 26:31 gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke verloren. Nun war aus Füchse-Sicht der Abend vollends perfekt.

Am Mittwoch gab es sogar noch einen Nachschlag: Der Dritte Flensburg (44:14 Punkte) unterlag in Gummersbach 32:34.

Die Berliner sind nach wie vor Vierter (43:15), die Hamburger liegen jetzt allerdings bereits drei Zähler dahinter (40:18). Sogar Flensburg ist auf einmal nicht mehr unerreichbar, aber auf alle Fälle sind die Chancen gestiegen, dass die Füchse auch am Ende der Saison auf Rang vier stehen werden. Eventuell hat man dann sogar die Chance, über eine Qualifikation zum dritten Mal hintereinander in die Champions League einzuziehen. Ein Platz im darunter angesiedelten EHF-Cup wäre damit aber ebenso garantiert wie für den Fünfplatzierten, momentan Hannover-Burgdorf (38:20).

Noch fünf schwere Spiele bis zum Saisonende

„Hauptsache wir sind international dabei“, bremste Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning gleich Gedankenspiele in Richtung Champions League. Bei den Füchsen ist man froh, dass die Mannschaft nach dem 16:27 gegen den Dritten Flensburg (44:12) vor ein paar Wochen hervorragend die Kurve gekriegt hat. „Erst das Signal in Lemgo (Anm. d. Red.: 27:21), und jetzt haben wir noch einen draufgesetzt“, freute sich Hanning. „Hoffentlich geht es so weiter“, meinte Trainer Dagur Sigurdsson mit Blick auf die restlichen fünf Partien in der Bundesliga.

Das Restprogramm: Es beginnt mit „der Schlacht von Wetzlar“ (Hanning) am 7. Mai, danach gegen Magdeburg (14.), in Hamburg (21.), gegen Gummersbach (2. Juni) und zum Abschluss in Hannover (8.).

Torhüter Silvio Heinevetter ist der überragende Mann

Die Rhein-Neckar-Löwen (46:12), hinter Kiel (49:7) auf Platz zwei liegend, hatten keine Chance. Füchse-Torhüter Silvio Heinevetter hielt überragend, Igropulo, Bartlomiej Jaszka (beide sechs Tore) und Sven-Sören Christophersen (5) trafen, alle im Team zeigten vor 9000 Zuschauern in der ausverkauften Schmeling-Halle eine starke Leistung. Mit bis zu zwölf Toren Differenz (26:14) lag Berlin vorn.

Nicht immer hatten es die Füchse in dieser Saison geschafft, die Doppelbelastung Europa und Bundesliga zu verkraften. Zum Beispiel hatte Berlin zwei Tage vor dem Liga-Hinspiel bei den Löwen (23:25) am 17. November 2012 noch gegen Zagreb anzutreten gehabt. „Es macht sich eben stark bemerkbar, wenn man sich richtig vorbereiten kann“, sagte Sigurdsson. „Die Füchse waren frischer als wir“, erklärte sein Trainerkollege Gudmundur Gudmundsson. Die Löwen hatten noch am Sonnabend im Viertelfinale um den EHF-Cup spielen müssen.

Der HSV und Flensburg hatten sich übrigens noch am Sonntag in der Champions League gegenübergestanden.