Füchse

Igropulo freut sich auf Wiedersehen mit Barcelona

Igropulo kommt bei den Füchsen immer mehr in Fahrt, jetzt trifft er in der Champions League auf seinen Ex-Klub Barcelona.

Foto: Eibner-Pressefoto / pa

Bei der Zahl legt sich ein Lächeln über sein Gesicht. 13.000 Zuschauer. Für ein einziges Handballspiel. „Das ist wie ein Traum“, sagt Konstantin Igropulo. Der Rückraumhüne der Füchse gerät ins Schwärmen. „Wenn du als Sportler vor so einer Kulisse spielst, dann beflügelt dich das. Du wirst nie müde, arbeitest immer weiter, egal wie anstrengend das Spiel ist.“

Igropulo weiß sehr genau, wovon er redet. Drei Jahre lang spielte der Russe, dessen Familie aus Griechenland stammt, beim FC Barcelona. Wie im Fußball zählen die Katalanen auch im Handball zu den ganz großen Vereinen ihrer Branche. Sieben Mal schon haben sie die renommierte Champions League gewonnen. Doch im Gegensatz zum Camp Nou bleiben in der Handballhalle in Barcelona oft viele Plätze leer.

Mal 500, bei guten Partien auch mal 1000 Zuschauer finden sich dann ein. „Die Jungs werden am Sonntag ganz schön staunen“, sagt Igropulo. Denn dann kommt der große FC Barcelona nach Berlin. Im Spiel des Jahres empfangen die Füchse den spanischen Ausnahmeklub im Gruppenspiel der Champions League (17.15 Uhr, O2 World).

Sieben spanische Weltmeister in der O2 World am Start

„Das wird ein absoluter Leckerbissen“, frohlockt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning, „auch wenn Barcelona natürlich in einer ganz anderen Klasse spielt.“ Im Hinspiel wurden den Berlinern beim 23:34 deutlich die Grenzen gezeigt, und wenn Iker Romero damals nicht in Torlaune gewesen wäre, „hätten wir auch mit 17 Toren Unterschied verlieren können“, so Hanning, der die Partie gegen den Titel-Favoriten „einfach nur genießen will“.

Die Rahmenbedingungen für das Handball-Fest jedenfalls stimmen. Die Profis sind nach dem 34:32-Erfolg in der Bundesliga am Mittwochabend in Göppingen auf Betriebstemperatur. Igropulo war mit sieben Toren bester Berliner Werfer, und auch die sechs Spieler, die den Verein im Sommer verlassen, traten couragiert auf. „Das zeigt, dass diese Spieler einen super Charakter haben.“

Anfang Januar hatten Hanning und Trainer Dagur Sigurdsson den großen Personalumbruch bei den Füchsen angekündigt. Zweifler hatten den frühen Zeitpunkt kritisiert, „aber denen haben wir es jetzt gezeigt“, sagt Hanning über die offene Strategie des Klubs.

Arena ist restlos ausverkauft

Die Arena am Ostbahnhof ist für das Spiel des Jahres restlos ausverkauft, die Mannschaft läuft erstmals durch das neue Füchse-Tor ein, dazu gibt es eine fulminante Lasershow, und in der Halbzeit spielt die Band Glasperlenspiel auf. Bei Barcelona laufen gleich sieben vor Kurzem bei den Titelkämpfen in Spanien gekürte Weltmeister auf. Allein schon deshalb dürfte für die Berliner gegen Barca wohl nicht viel zu holen sein.

Stefan Kretzschmar sieht das freilich anders. „Ich habe mir prinzipiell abgewöhnt, bei den Füchsen über unlösbare Aufgaben zu sprechen. Da waren so viele Überraschungen in den letzten Jahren dabei, die die Füchse bewerkstelligt haben“, sagt der frühere Nationalspieler und traut den Berlinern das sportliche Wunder zu. „Warum soll man an einem einzelnen Tag, an dem auch die Tagesform ausschlaggebend ist, nicht auch den FC Barcelona schlagen können?“

Schon in der vergangenen Saison hatten die Berliner mit dem Erreichen des Final Four in der Champions League für großes Aufsehen gesorgt, dabei war der Verein vor acht Jahren noch in der Zweiten Liga herumgedümpelt. Dann aber wuchs der Klub Jahr für Jahr, ist jetzt eine europäische Spitzenmannschaft. „Das ist eine Cinderella-Story. Wahnsinn, wie schnell der Verein gewachsen und dazu auch noch erfolgreich ist. Und das mit Arbeit und mit Augenmaß“, schwärmt Kretzschmar.

Auch für Romero eine Begegnung mit der Vergangenheit

Das Berliner Handball-Projekt lockte im Sommer 2012 auch Konstantin Igropulo nach Berlin, nachdem er in Barcelona „drei sehr schöne Jahre“ verlebt hatte. „Aber wenn man sich weiterentwickeln will, dann muss man etwas ändern.“ Die Füchse waren für den Linkshänder die ideale Gelegenheit dazu. Und natürlich war Iker Romero, sein früherer Teamkollege bei Barca, ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung pro Berlin.

Igropulo lacht: „Die Bundesliga ist ja auch die beste Liga auf dem Planeten.“ Die Partie gegen Barcelona ist für Igropulo und Romero eine Begegnung mit der Vergangenheit, beide wollen gegen den Ex-Verein glänzen. Igropulo: „Wir sind heiß auf das Duell.“