Handball

Die Berliner Füchse bleiben hungrig

Sie sind unter den besten acht Teams Europas. Doch das reicht den Füchsen nicht. Das große Ziel heißt nun: das Finale der Champions League.

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Selbst dem sonst so schlagfertigen Silvio Heinevetter fiel es schwer, Worte für das gerade Erlebte zu finden. „Ich bin brutal stolz und bin total fertig. Fertig vom Spiel und vom Jubeln“, meinte der Schlussmann der Füchse Berlin. Mit 21 Paraden und 48 Prozent gehaltener Bälle hatte der Keeper entscheidenden Anteil am 24:23-Erfolg im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League beim deutschen Handball-Meister HSV Hamburg. Nachdem der Hauptstadtclub bereits das Hinspiel mit 32:30 für sich entschieden hatte, steht der Verein nun im Viertelfinale – und will mehr.

„Warum sollen wir nicht auch das Final-Four-Turnier erreichen können, wir haben schließlich auch in Hamburg gewonnen“, sagte Füchse-Kapitän Torsten Laen mit einem Lächeln. Das Turnier der besten vier Mannschaften Europas findet am 26. und 27. Mai in Köln statt. Um dort dabei zu sein, muss Berlin jedoch das Viertelfinale überstehen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Da die Füchse mit den Hamburgern einen Gruppensieger aus dem Wettbewerb warfen, warten machbare Gegner.

Am Dienstag entscheidet die Auslosung in Wien, ob die Berliner entweder auf Croatia Zagreb (Kroatien), Ademar Leon (Spanien), AG Kopenhagen (Dänemark) oder RK Koper (Slowenien) treffen. Vorteil für die Füchse: Im Rückspiel haben sie Heimrecht.

Keine Zeit zum Feiern

Viel Zeit zum Feiern des größten Vereinserfolgs blieb den Berlinern nicht. „Es gab einen kleinen Umtrunk – mehr auch nicht. Am Mittwoch wartet doch schon wieder das Spiel in Kiel auf uns“, sagte Heinevetter und blickte bereits auf den nächsten Höhepunkt in der Liga voraus.

Erster gegen Zweiter oder Kiel gegen Berlin – mehr geht nicht. „Von zehn Spielen gegen Kiel verlierst du garantiert neun. Und beim zehnten Spiel musst du auch einen ganz besonderen Tag haben und Kiel einen ganz schlechten. Sonst hast du keine Chance“, hatte Berlins Manager einmal die Ausgangslage vor der Partie gegen den THW erklärt.

Bisher haben die Kieler noch kein Liga-Spiel in dieser Saison verloren – die deutsche Meisterschaft ist so gut wie entschieden. Doch wenn die Berliner erneut solch eine Moral und starke Leistung wie gegen Hamburg abliefern, ist eine Überraschung nicht ausgeschlossen. Mitte der zweiten Halbzeit lagen die Füchse gegen den HSV bereits mit fünf Treffern in Rückstand (12:17), sie drehten jedoch noch einmal das Spiel. „Wir sind überwältigt, das ist eine riesen Sache für uns“, sagte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson.