Die Heimfahrt mit dem Bus in Richtung Berlin verzögerte sich erst einmal. Denn noch vor der obligatorischen Pressekonferenz gab es in der Kabine der Füchse eine längere Aussprache zwischen Trainer Dagur Sigurdsson und der Mannschaft. Der Frust saß tief nach der unerwarteten 23:32-Klatsche des Handball-Bundesligisten aus der Hauptstadt am Mittwochabend in Dormagen, das nach diesem Erfolg das Tabellenende verließ.

„Das war eine bittere Niederlage“, bilanzierte der isländische Coach, „das tut wahnsinnig weh, wir waren nicht bereit und immer einen Schritt zu spät.“ Bob Hanning, der Geschäftsführer des Berliner Klubs, war erst einmal „sprach- und fassungslos“. Dabei hatte er den richtigen Riecher gehabt. Drei Tage zuvor, nach dem umjubelten 33:28 in eigener Halle gegen die Rhein-Neckar Löwen, eines der Schwergewichte der Liga, hatte er gleich gewarnt: „Das Beständige an der Mannschaft ist ihre Unbeständigkeit.“ Was dann in Dormagen eindrucksvoll unterstrichen wurde.

Natürlich erwarten nun alle eine entsprechende Reaktion, eine Art Wiedergutmachung, wenn die Füchse, zurzeit auf Rang neun liegend, am Sonntag auf den Sechsten VfL Gummersbach (Schmeling-Halle, 17.45 Uhr, DSF live) treffen. Doch Hanning ist eher skeptisch: „Ohne Torsten Laen wird es sehr schwer.“ Der Mannschaftskapitän verletzte sich in Dormagen nach 20 Minuten, „da ist uns das Herzstück verloren gegangen“, sagt Hanning.

Der Däne hat sich wohl, so der Geschäftsführer, einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen. In diesem Jahr wird er nicht mehr spielen, „vielleicht ist sogar seine EM-Teilnahme Ende Januar in Gefahr“.

Trotz dieser Schwächung „wollen wir gewinnen“, sagt Bob Hanning. Er setzt dabei erneut auf die Unterstützung des Publikums in der Schmeling-Halle, „das beim Sieg gegen die Löwen so toll geholfen hat. Aber den Rest müssen schon wir machen.“

Alle müssen sich heute gegen den VfL steigern, angefangen bei den Torhütern Silvio Heinevetter und Petr Stochl, die in Dormagen kaum einen Ball parierten. Um auf andere Gedanken zu kommen, bekam das Team trotz des Debakels – wie bereits vorher festgelegt – am 24. und 25. frei, ein Straftraining gab es nicht. Ein Weihnachtgeschenk, das die Füchse-Spieler sicher gern angenommen haben.