Füchse-Torwart

Die folgenreiche Liaison mit Simone Thomalla

Der Berliner Handball-Nationaltorwart Silvio Heinevetter spricht erstmals über die Folgen seiner Beziehung zu der Schauspielerin Simone Thomalla. Vor kurzem interessierte sich noch kaum jemand für ihn, jetzt lagern Fotografen vor seiner Wohnung. Doch nicht nur die Medien freuen sich über das neue Paar.

Die Etikette trieb den Nationaltorwart in die Schnellreinigung. Bei der Ehrung der Berliner Sportler des Jahres am Sonnabend galt Anzugspflicht für die Handballspieler der Füchse, und Silvio Heinevetter musste sein Outfit kurz zuvor noch auf knitterfrei trimmen.

Der Nationalspieler tat vermutlich gut daran, denn kein anderer Profi seiner Branche steht aktuell derart im Fokus wie der 25 Jahre alte Keeper. Auf dem Parkett ist Heinevetter auf dem Weg zum Weltklasse-Torwart, aber bundesweite Aufmerksamkeit hat er vor allem durch seine Beziehung zur 19 Jahre älteren Schauspielerin Simone Thomalla erreicht. Seit Bekanntwerden der Liaison mit der „Tatort“-Kommissarin vor rund vier Wochen hat sich das Leben des gebürtigen Thüringers gewaltig gewandelt.


Und noch muss er sich erst gewöhnen an den entfachten Medienwirbel. „Dass es solche Ausmaße annimmt, habe ich völlig unterschätzt“, sagte Heinevetter der „Welt am Sonntag“. „Das ist ein ganz schöner Trubel zuletzt gewesen, und mit der Zeit fängt das an zu nerven. Wenn du belagert wirst oder dich Leute verfolgen, hört es auf – so etwas kennt man ja nur aus schlechten Hollywood-Filmen. Sogar vor dem Haus meiner Eltern haben Reporter gestanden, und das geht eindeutig zu weit.“

Während Heinevetter noch kämpft mit den Umständen der vom Boulevard ausgeschlachteten Beziehung, registrieren andere Protagonisten der Sportart recht freudig die Nebenwirkungen. Beim Spiel der Füchse Berlin gegen den HSV Hamburg ließen sich 90 zusätzliche Journalisten akkreditieren – die meisten von ihnen waren zum ersten Mal bei einem Handballspiel, weil Simone Thomalla auf der Tribüne mit ihrem Freund zitterte.


Selbst den hart erprobten Manager überraschte die Resonanz. „Fünf Jahre lang habe ich versucht, den Verein über die Stadtgrenze hinaus bekannt zu machen“, sagt Bob Hanning. „Das ist mir an einem Tag und mit einem Schlag über die Bekanntgabe der Beziehung von Silvio Heinevetter und Frau Thomalla gelungen – und zwar, ohne dass ich etwas dafür könnte.“

Noch kontert Heinevetter derartige Einschätzungen mit einem Lächeln. „Dass unser Manager diese Sache positiv sieht, ist doch keine Frage. Ein Spieler, der glücklich ist, dazu noch eine gesteigerte Medienaufmerksamkeit – etwas Schöneres gibt es doch gar nicht für einen Manager“, sagt Heinevetter und gewinnt der privaten Situation durchaus auch selbst positive Aspekte ab: „Handball ist ja immer noch eine Provinzsportart, und natürlich ist so eine Beziehung auch irgendwie gut für den Sport – aber darüber machen sich andere Leute viel mehr Gedanken als ich.“


Zuletzt hatte die Branche abseits des rein sportlichen Geschehens eine derartige Aufmerksamkeit durch die Beziehung zwischen dem ehemaligen Nationalspieler Stefan Kretzschmar und Ex-Schwimmerin Franziska van Almsick erfahren. Das Glamour-Paar schaffte es gar zum gemeinsamen Auftritt bei Thomas Gottschalks „Wetten, dass..?“.


Auch Heinevetter sollte Simone Thomalla, die zuvor acht Jahre mit Schalkes ehemaligem Manager Rudi Assauer zusammen war, vergangene Woche zur Bambi-Verleihung nach Potsdam begleiten. Doch er sagte ab. Der Rummel war ihm zu groß, zwei Tage später stand zudem eine Auswärtspartie in Melsungen an. „Wenn ich ein schlechtes Spiel gezeigt hätte, wären doch die Schlagzeilen gleich wieder da gewesen“, sagt Heinevetter. „Man hätte mir vermutlich vorgeworfen, dass ich mich nicht auf das Wesentliche konzentrieren kann.“

Glücklicherweise kam es für den vorsichtig gewordenen Torhüter anders. Die Füchse siegten in Melsungen 31:25, Heinevetter zeigte eine starke Leistung. Es war ein erster Schritt auf dem Weg zurück in die gewünschte Normalität.

Denn eigentlich ist der Torwart jemand, der den Fokus am liebsten auf den Job richtet, der im Spiel fast besessen wirkt vom Gedanken, den nächsten Ball zu halten. „Wenn er sich richtig in ein Spiel beißen kann, ist er ganz stark“, sagt Heiner Brand. Der Bundestrainer plant den Berliner für die Europameisterschaft im Januar in Österreich fest ein, zusammen mit dem Hamburger Johannes Bitter und Carsten Lichtlein vom TBV Lemgo wird Heinevetter vermutlich das Torwarttrio bilden.

„Dass ich berechtigte Ambitionen habe, bei der EM dabei zu sein, ist klar“, sagt Heinevetter. „Aber es ist sicher nicht mein Ziel, nur als dritter Torwart auf der Tribüne zu sitzen. Das habe ich bei der WM im Januar mit durchgemacht, und das möchte ich nicht noch einmal erleben. Eigentlich bin ich sogar fest davon überzeugt, dass ich bei der EM spielen werde.“

Dass er auch dort ob seiner Liaison mit der 44 Jahre alten Simone Thomalla im Mittelpunkt stehen könnte, ist ein Umstand, den er verschmerzen kann. „Für einige Leute ist so eine Beziehung etwas Spektakuläres. Für alle anderen ist das völlig normal“, sagt Heinevetter. „Der ganze Trubel wird sich auch langsam wieder legen.“