Sieg gegen Frankreich

USA stehen zum dritten Mal in einem WM-Finale

Die USA sind ihrer Favoritenrolle gerecht geworden, hatten aber gegen Frankreich viel Mühe. Erst Wambach brachte ihr Team elf Minuten vor Schluss auf die Siegerstraße.

Alle auf Abby: Mit dem Schlusspfiff des WM-Halbfinals zwischen den USA und Frankreich stürmten die amerikanischen Spielerinnen auf ihre Heldin Abby Wambach zu und ließen sie hochleben.

Die Torjägerin des zweimaligen Weltmeisters hatte mit ihrem dritten Turniertreffer zum 2:1 (79.) die Weichen zum 3:1 (1:0)-Sieg der USA und damit zur dritten Finalteilnahme nach 1991 und 1999 gestellt. Gegner am Sonntag (20.45 Uhr/ARD) in Frankfurt ist Deutschland-Bezwinger Japan, der sich gegen Schweden durchsetzte .

„Das ist unsere Reise, das ist unser Traum. Ich bin stolz auf dieses Team, jeder arbeitet für jeden. Es geht nicht darum, wer das Tor macht. Ich war im richtigen Moment am richtigen Ort“, sagte Wambach, die mit ihrem Last-Minute-Treffer in der Verlängerung gegen Brasilien erst den Halbfinaleinzug ermöglicht hatte.

Gegen Frankreich trafen neben Wambach Lauren Cheney (9.) und Alex Morgan (82.), Sonia Bompastor (55.) hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Auf der anschließenden Ehrenrunde ließen sich die Amerikanerinnen von ihren zahlreichen Fans feiern.

„Abby ist die Beste, ich bin froh, sie in der Mannschaft zu haben. Wir haben mit großem Herz gespielt“, sagte US-Trainerin Pia Sundhage. Ihr französischer Kollege Bruno Bini nahm die Niederlage mit Fassung: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht und hatten unsere Chancen. Die USA hat viel Erfahrung und ist physisch sehr stark. Trotzdem bin ich zufrieden.“

25.676 Zuschauer in Mönchengladbach waren im Duell „David gegen Goliath“ von Beginn an gut unterhalten. Während sich die USA auf ihre Zweikampfstärke und lange Pässe verließen, suchte Deutschlands Vorrundengegner Frankreich sein Glück in schnellen Kombinationen. Beinahe mit Erfolg: Einen Schuss von Louisa Necib lenkte US-Torfrau Hope Solo in ihrem 100. Länderspiel zur Ecke (8.).

Keine 60 Sekunden später zappelte der Ball dann im Tor - allerdings auf der anderen Seite. Amy Rodriguez bediente nach einem Sololauf die mitgeeilte Cheney, die aus kurzer Distanz vollendete. Für die mit einem Herzfehler geborene 23-Jährige war es bereits das zweite Turniertor. Frankreichs Torhüterin Berangere Sapowicz, die nach ihrer Roten Karte im Gruppenspiel gegen Deutschland wieder zwischen den Pfosten stand, war ohne Chance.

Die Französinnen zeigten sich vom schnellen Gegentor keineswegs geschockt. Angeführt vom „weibliche Zidane“ Necib nutzte das Team den Freiraum im Mittelfeld und setzte gegen die körperlich überlegenen US-Girls immer wieder Nadelstiche. Besonders aus der Distanz waren die Europäerinnen gefährlich, so traf Bompastor in der 33. Minute die Latte.

Nach dem Seitenwechsel gaben die USA das Mittelfeld preis und luden Frankreich förmlich zu Chancen ein. Die Strafe folgte prompt: Eine Flanke von Bompastor segelte an Freund und Feind vorbei und landete hinter der verdutzten Solo im langen Eck. Anschließend ging der Mannschaft von Trainerin Pia Sundhage, die nach dem Elfmeterkrimi im Viertelfinale gegen Brasilien einen Tag weniger Pause hatte als Frankreich, mehr und mehr die Luft aus.

In der Schlussphase hatten beide Teams den Siegtreffer auf dem Fuß. Nach einem weiteren Schnitzer von Soho verpasste Eugenie Le Sommer (67.) mit einem Heber nur knapp das 2:1, auf der Gegenseite schoss Morgan aus drei Metern die französische Torfrau an (70.). Erst in der Schlussphase machten die USA alles klar: Wambach sorgte mit ihrem Kopfballtreffer für die Führung, Morgan legte nach einem Konter nach.

Mit dem Finaleinzug der USA steigen auch die Chancen auf einen Deutschland-Besuch von First Lady Michelle Obama. „Ich habe Signale erhalten, dass Michelle Obama möglicherweise nach Deutschland kommen wird, wenn die USA ins Finale einziehen. Das würde uns natürlich sehr freuen, auch wenn es noch nicht sicher ist“, hatte WM-OK-Präsidentin Streffi Jones vor der Partie gesagt.