Formel 1

Räikkönens Comeback-Pläne lösen Unruhe aus

Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen denkt über ein Comeback in der Formel 1 nach. Nun fürchten einige Piloten um ihren Arbeitsplatz.

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Es hat etwas Magisches, wenn große Namen in der Formel 1 gespielt werden, die angeblich für eine Rückkehr bereitstehen. Mika Häkkinen und Jacques Villeneuve beflügelten zuletzt die Fantasien von Teamchefs, Fans und PR-Strategen, ohne dass die Comeback-Gerüchte jemals handfest wurden. Bei Kimi Räikkönen kommt zu seinem handwerklichen Geschick noch der Spaßfaktor dazu, jedenfalls für manche Kollegen. Wenn der feierfreudige Finne wieder mitfahren würde, wäre der große Unterschied, „dass mir die Partys nach den Rennen viel mehr Spaß machen würden“, wie sein Landsmann, Lotus-Pilot Heikki Kovalainen, schwadronierte.

Räikkönen, der Weltmeister von 2007, könnte in der kommenden Saison beim Williams-Team anheuern, ein Teilhaber bestätigte entsprechende Verhandlungen. Die Abenteuer als Rallyefahrer hat Räikkönen für beendet erklärt, dem 32-Jährigen dürstet nach einer neuen Herausforderung. Während er sich entgegen früherer Gewohnheiten an Deck seiner Yacht nun äußerst bedeckt hält („Ich habe mehrere Optionen, eine davon ist die Formel 1“), sind seine Weggefährten von einst voller Vorfreude. „Ich wäre sehr glücklich, wenn Kimi zurückkäme“, sagt etwa Michael Schumacher, und zwar gelte das für den Räikkönen auf und abseits der Strecke: „Es wäre gut.“

Der Mercedes-Pilot fühlt sich dabei an den eigenen zweiten Rennfahrer-Frühling erinnert. „Es geht darum, ob du noch in der Lage bist, das Auto ans Limit zu bewegen. Das ist deine größte Sorge beim ersten Test. Bei mir hat es 15 Runden gedauert, bis ich wusste, ich kann es noch.“

Die Comeback-Pläne des blonden Schweigers haben die Kollegen aufgeschreckt. Rubens Barrichello (39) steht vor der Ausmusterung, Ex-Weltmeister Jackie Stewart rät dem Routinier (322 Rennen), dass er sein Heimrennen in zwei Wochen in Sao Paolo als Abschiedsvorstellung nutzt. „Ich würde mich an seiner Stelle lieber in einer anderen Rennserie umschauen, wo er noch konkurrenzfähig sein kann, statt in der Formel 1 zu bleiben“, sagte der Schotte. Vielleicht bleibt ihm auch keine andere Wahl. Barrichellos Teamkollege, der Venezolaner Pastor Maldonado soll dank seines potenten Sponsors über eine Startgarantie verfügen.


Rosberg träumt vom WM-Titel

Nico Rosberg (26) dagegen hat sich entschieden. Er hat sich bis 2013 an Mercedes gebunden. Der blonde Deutsche mit dem finnischen Pass rechnet fest damit, dass der schwäbische Hersteller den Anschluss an die Topteams Red Bull und McLaren schafft. Die personellen Verstärkungen (u.a. Aldo Costa/Ferrari, Geoff Willis/Hispania Racing und Bob Bell/Renault) verstärken diese Hoffnung. „Es ist hammermäßig, was da für Leute geholt wurden“, sagt er. Das sei ein „super Projekt“. Nico Rosberg träumt sogar schon davon, mit Mercedes Weltmeister zu werden: „Ich möchte erreichen, dass auf dem Silberpfeil die Nummer 1 steht.“ Bislang gelangen ihm mit Mercedes lediglich drei Podestplätze im Vorjahr.

Es geht auch um die Hausmacht bei den Silbernen. Denn eigentlich ist Michael Schumacher (42) erste Wahl, wenn es darum geht, die Geschichte von Mercedes in der Formel 1 erfolgreich weiterzuschreiben. So hat sich Rosberg in seinen Vertrag eine Ausstiegsklausel schreiben lassen, falls ihm Mercedes nicht das erhoffte Siegauto vor die Garage stellt.

Denn noch mehr Bewegung auf den Fahrermarkt kommt 2013, wenn die Verträge von Lewis Hamilton (McLaren) , Mark Webber (Red Bull) und Felipe Massa (Ferrari) ausgelaufen sind. Dann wird auch das Reglement grundlegend verändert. Um Benzin zu sparen, sollen Frontspoiler und Heckflügel gestutzt werden. Noch mehr fordern wird die Superhirne der Formel 1 im Jahr darauf die Einführung der 1,6-Liter-Turbomotoren. Ein Rückgewinnungssystem soll dazu soviel Energie auffangen, dass die Wagen nur noch von Elektrokraft angetrieben durch die Boxengasse rollen.

In welchem Auto Rosberg dann auf Knöpfchen drückt, bleibt abzuwarten.