Rotsünder Bastian Schweinsteiger ist nach seiner Sperre gegen Österreich auch von Joachim Löw begnadigt worden und soll gegen Portugal entscheidend dazu beitragen, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ins Halbfinale der Europameisterschaft zu führen. „Er hat eine gewisse Bringschuld gegenüber uns allen“, sagte der Bundestrainer.

Schweinsteiger wird am Donnerstag (20.45 Uhr/live in der ARD und bei Morgenpost Online ) in Basel gegen die Portugiesen erstmals bei dieser Europameisterschaft in der Startformation der DFB-Auswahl stehen. „Ich gehe davon aus, dass er in die Mannschaft zurückkehrt. Er war sehr enttäuscht und frustriert, dass er zwei Spiele zunächst auf der Bank saß. Er wird vor Motivation und Energie strotzen und unserem Spiel gut tun“, betonte Löw. Schweinsteiger war beim 1:0 gegen Österreich gesperrt gewesen, nachdem er gegen Kroatien (1:2) wegen einer Unsportlichkeit des Feldes verwiesen worden war.

Ernsthafte Sorgen macht sich der Bundestrainer um den dreifachen Torschützen Lukas Podolski. Der Münchner Angreifer klagte nach dem Duell gegen Österreich über Waden-Probleme und konnte deshalb auch am Dienstag nicht am Training teilnehmen. Sein Einsatz ist derzeit fraglich. „Es könnte bis Donnerstag möglicherweise eng werden. Wir werden aber alles tun, dass er spielen kann“, meinte Löw.

Schweinsteiger hatte sich beim 1:2 im zweiten Gruppenspiel gegen Kroatien in der Nachspielzeit zu einer Unsportlichkeit hinreißen lassen und war nach dem Platzverweis für eine Partie gesperrt worden. Zuvor hatte er nach seiner Einwechslung allerdings eine ansprechende Leistung gezeigt, wie Löw hervorhob: „Er hat mir gefallen. Er war aktiv, hat für Belebung gesorgt.“

Auch Schweinsteiger selbst zeigte sich nach dem Daumendrücken auf der Tribüne beim 1:0-Sieg am Montag im letzten Gruppenspiel der DFB-Auswahl in Wien gegen Österreich erleichtert darüber, dass er im Turnier nun doch noch einmal eingreifen kann: „Ich bin froh, dass ich noch eine Chance bekommen habe“, sagte der zuletzt schweigende Mittelfeldspieler.

Löw dürfte auch auf Schweinsteiger setzen, weil dieser im kleinen WM-Finale 2006 beim deutschen 3:1-Sieg zwei Treffer gegen Portugals Schlussmann Ricardo erzielen konnte. Um seine Schussstärke gegen seinen Lieblings-Torwart, den er auch schon in der Champions League bei einem Treffer für Bayern München bezwingen konnte, womöglich wieder auszuspielen, dürfte Schweinsteiger im linken Mittelfeld agieren.

Lukas Podolski würde, sofern es seine Wadenverletzung zulässt, wieder vom Flügel nach vorne in den Angriff vorrücken. „Portugal hat eine Klassemannschaft. Die haben zwei Super-Spiele gemacht, aber sie haben sicher auch ihre Schwächen“, erklärte Schweinsteiger hoffnungsfroh.

dpa/mim