Natürlich geht es um den Pokal, um den Titel in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Seit Monaten kämpfen die Klubs um den Rekordmeister Eisbären Berlin darum. Mittlerweile hätten sich aber auch die Fans eine Auszeichnung verdient. Eine wahre Schlacht um die größten, die schönsten und die aussagekräftigsten Choreografien ist bei den Play-off-Teilnehmern entbrannt. „Geht weiter stets voran, wir sind mit dem Titel dran“ – das war gerade in Mannheim zu lesen. Untermalt von einer großflächig geschmückten Kurve.

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Die Antwort der Fans aus der Hauptstadt fiel erwartbar in ihrem Thema aus. Sie hatten ihren Klub in den Runden zuvor als König der Liga präsentiert. So auch im dritten Teil. Diesmal auf dem Thron sitzend und mit einem Vogelkäfig in der Hand. Darin hockte ein gerupfter Adler. Was gut mit dem 7:3 der Berliner in Spiel eins korrespondierte. Aber auch zu Spiel zwei vor 14.200 Zuschauern in der Uber Arena perfekt passte. Das endete 5:1 (1:0, 1:0, 3:1). In der „Best of seven“-Serie, die am Dienstag in Mannheim fortgesetzt wird, steht es damit 2:0.
Eisbären Berlin wieder mit Unterstützung von Bernd Römer
Wie es sich für ein Finale in der DEL gehört, wird vor dem ersten Bully die Nationalhymne gespielt. Bei den Eisbären wie fast immer intoniert von Karat-Gitarrist Bernd Römer. Der hatte diesmal erstmals etwas gesangliche Unterstützung. Was aber seinen leidenschaftlichen Auftritt nicht in den Hintergrund stellte. Wenn Römer spielt, gibt das meist allen in der Halle ein gutes Gefühl. Weil seine Musik stets der Soundtrack zu vielen Titeln war.

Diesmal hatte sich die Stimmung schon mit dem ersten Auftritt beim Hauptrundenzweiten sehr gut entwickelt. Es war der neunte Sieg in Serie in einem Play-off-Spiel gegen Mannheim. Der Erfolg war ebenso ein großes Statement des Titelverteidigers. Im ersten Heimspiel musste er nun zeigen, wie wertvoll der Sieg letztlich war. Ebenso durfte man gespannt sein, wie die Adler die heftige Klatsche verarbeitet hatten. Was das mit ihnen angerichtet hatte.
Viele Konter prägen das wechselhafte Spiel
Gleich der erste schnelle Vorstoß der Berliner verstärkte den Eindruck aus Mannheim. Die Eisbären gingen prompt durch Manuel Wiederer in Führung (3.). Doch die Adler wehrten sich. Die Mannschaft von Trainer Serge Aubin kam nicht dazu, ihr gewohntes Spiel aufzuziehen. Viel lief nicht nach dem Plan der Hauptstädter. Statt Zeit im Angriff zu verbringen, entwickelte sich ein Schlagabtausch. Mannheim machte in den Zweikämpfen viel Druck. „Wir haben ein paar kleine Fehler gemacht, aber die Jungs arbeiten wirklich hart“, so Aubin.
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Daraus ergaben sich immer wieder Puckverluste, die viele Konter verursachten. Torhüter Jonas Stettmer musste hellwach sein, um die mangelnde Spielkontrolle seiner Kollegen auszugleichen. Das gelang ihm souverän. Längere Phasen des Momentums entstanden in der Partie aufgrund der hartnäckigen Mann-gegen-Mann-Duelle kaum. Dafür herrschte viel Bewegung von einer Seite zur anderen. Als Liam Kirk einen Konter startete, überwand er Maximilian Franzreb im Adler-Tor zum 2:0 (23.).
Das verschärfte die Gangart der Gäste noch einmal. Viele Aktionen im Grenzbereich sollten die Berliner provozieren, sie aus dem Konzept bringen. Damit gingen die Eisbären aber gut um. „Das gehört dazu, da muss man einfach cool bleiben“, sagte Verteidiger Jonas Müller. Das gelang den Eisbären, sie hielten auch körperlich dagegen. Dennoch ergaben sich für die Mannheimer einige gute Chancen. Denn sie verfügen spielerisch über einiges Potenzial. Allerdings stoppte Stettmer die Angriffe mit großen Reflexen.
Eisbären Berlin mit zwei Toren von Leonhard Pföderl
Das ließ die Kurpfälzer ein Stück weit verzweifeln. Zumal es ihre Aussichten in der gesamten Serie deutlich schmälerte. Sie gerieten mit jeder Spielminute mehr unter Druck. Während die Eisbären einfach verbissen kämpften und das Glück auf ihrer Seite hatten. Ein weiterer Konter führte durch Leonhard Pföderl zum 3:0 (47. ). Es war die Vorentscheidung in der Partie, in der Pföderl noch einmal traf und sein insgesamt 50. Play-off-Tor in der DEL erzielte (54.).
Der Schlusspunkt war das noch nicht. Eric Hördler erhöhte auf 5:0 (54.), während Zach Solow den Ehrentreffer der Adler erzielte (58.). Der aber änderte am Eindruck aus der Choreografie rein gar nichts. „Ich denke, dass wir ein solides Spiel gemacht und auch in Mannheim gute Chancen haben, wenn wir so weiterspielen“, sagt Müller.





