Die meiste Zeit verbrachte Lester Lancaster in den vergangenen Wochen im Angriff. Für den Verteidiger erwies sich das als eine durchaus lehrreiche Erfahrung. „Es hat mir ein bisschen geholfen und mich vom Kopf her etwas klarer gemacht. Ich fühle mich jetzt sehr wohl auf dem Eis“, so der Profi der Eisbären Berlin. Inzwischen ist Lancaster zurück in der Defensive, aber nach vorn weiter gefährlich. Mit zwei Treffern trug er am Sonntagnachmittag erheblich zum 4:2 (2:1, 2:1, 0:0) des Titelverteidigers in Straubing bei.

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Der Stolz der Tigers über eine gelungene Saison war sehr greifbar zu Beginn des Viertelfinales gegen den Rekordmeister. Er äußerte sich unter anderem in einer orkanartigen Darbietung zum Start der „Best of seven“-Serie. Inzwischen aber fing der EHC den euphorischen Gegner wieder etwas ein. Mit dem Sieg in der dritten Partie drehten die Berliner die Serie. Sie führen nun 2:1, Spiel vier findet am Dienstag daheim in der Uber Arena statt (19.30 Uhr, MagentaSport).
Eisbären Berlin haben einen Jubilar dabei
Eine der interessantesten Fragen zwischen Spiel zwei und drei betraf die Auswirkungen des harten Fouls des Straubingers Marcel Brandt an Eisbären-Verteidiger Moritz Kretzschmar. Bei der Partie in Berlin war Kretzschmar mit viel Tempo von Brandt in die Bande gestoßen worden. „Jeder weiß, wie gefährlich das ist. Das ist eine der riskantesten Sachen, die man machen kann“, sagte EHC-Angreifer Lean Bergmann. Doch die Liga befand es nicht für nötig, Brandt über die fünf Strafminuten hinaus mit einer Sperre zu belegen.
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Das irritiert ein wenig, wenn man andere Fouls und deren Strafmaß dazu ins Verhältnis setzt. Immerhin konnte auch Kretzschmar am Sonntag wieder auflaufen. Die Berliner gingen personell unverändert ins Rennen, Markus Niemeläinen fehlte wegen der Geburt seines Kindes weiterhin. Yannick Veilleux und Jubilar Marcel Noebels tauschten lediglich die Reihen. Für Noebels war es das 100. Play-off-Spiel in der DEL, alle bestritt er mit den Eisbären. „Ich bin froh, dass wir jedes Jahr die Chance haben, um die Meisterschaft zu spielen“, sagte er.

Seine vielen Einsätze ebenso wie die vieler seiner Kollegen in der heißen Phase der Saison geben dem Team reichlich Erfahrung in schwierigen Situationen. Nach dem Erfolg daheim (2:1) war nun eine weitere Frage, wie die Berliner sich beim erneuten Auftritt in Niederbayern präsentieren würden. Der erste Besuch dort war gründlich misslungen (1:5), schon in den ersten beiden Minuten hatte es drei Gegentore gegeben. „Wir wussten daher, dass die ersten zehn Minuten kritisch werden“, so Trainer Serge Aubin.
Wir hatten einen besseren Start, das war wichtig für uns. Wir haben ein tolles erstes Drittel gespielt.
Lester Lancaster, Verteidiger der Eisbären Berlin
Die Final-Termine der Eisbären Berlin
- Dienstag, 28.04., 19.30 Uhr, in Mannheim
- Donnerstag, 30.04., 19.30 Uhr, in Berlin
Diesmal zeigten die Eisbären gleich, dass sie wach sind und tauchten mehrere Male vor dem gegnerischen Tor auf. Als Lancaster abzog, lag der Puck sogar im Netz (4.). Ein guter Start, der durch den baldigen Ausgleich im Nachsetzen von Michael Connolly etwas relativiert wurde (7.). Doch die Berliner bauten weiter Druck auf, machten nur wenige Fehler. Ein erneuter Schuss von Lancaster landete wieder im Netz (11.), immer mehr Chancen ergaben sich. „Wir hatten einen besseren Start, das war wichtig für uns. Wir haben ein tolles erstes Drittel gespielt“, so Lancaster.
Eisbären Berlin mit wichtigem Doppelschlag
Es war also ein ganz anderes Spiel als am vergangenen Dienstag in Straubing. Da hatten die Tigers mehr oder minder machen können, was sie wollten. „Da haben wir nicht getan, was wir tun mussten“, so EHC-Coach Aubin. Nun ging sein Team sehr konzentriert vor, war unerbittlich in den Zweikämpfen, verfolgte konsequent die vorgegebene Linie. Die Eisbären blieben unbeeindruckt, wenn Straubing gute Aktionen hatte, ebenso beim erneuten Ausgleich durch Brandt in Überzahl (23.).
Mit dem Rückenwind vom Heimsieg am Freitag demonstrierten die Berliner ihre Abgeklärtheit. Kaltschnäuzig nutzten sie ihre Chancen, Bergmann fälschte einen Schuss von Eric Hördler zum 3:2 ab (27.). Nur 70 Sekunden später schloss Ty Ronning einen Konter mit dem 4:2 ab (29.). Das bremste die Straubinger in vielerlei Hinsicht. Die Eisbären boten ihnen nun wenig Angriffsfläche, sie spielten ihre Routine aus und hatten die Partie weitgehend im Griff. Trotz vieler Strafen im Schlussabschnitt, in dem Torwart Jonas Stettmer oft im Mittelpunkt stand. Und sich bei seiner Arbeit offensichtlich genauso wohlfühlte wie Lester Lancaster.





