Manchmal muss man Dinge klarstellen. Ganz deutlich sagen, wie es ist. Oder auch zeigen. So wie die Fans der Eisbären Berlin es gemacht haben. Mit einer ihrer großen Choreografien, die beim ersten Heimspiel im Play-off einfach dazugehören. Diesmal passte sie auch recht gut als Replik auf den Auftakt des Viertelfinales in Straubing, das mit 1:5 danebenging. Nun prangte in der Uber Arena ein riesiger Eisbär, dargestellt als König der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

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Übertrieben ist das wahrlich nicht, die Berliner sind schließlich der Rekordmeister. Doch das allein zählt nicht in dieser K.o.-Phase. Die Eisbären mussten nach der deutlichen Schlappe diesmal ebenso deutlich zulegen. Das taten sie mit jeder Menge Elan, vor 14.200 Zuschauern setzten sie sich mit 2:1 (1:1, 1:0, 0:0) durch. Damit steht es in der „Best of seven“-Serie jetzt 1:1. Die nächste Partie findet am Sonntag in Straubing statt (14 Uhr, MagentaSport).

Eisbären Berlin mit einigen Umstellungen

Die Ernüchterung, die drei Tage zuvor nicht zu verhehlen war, hatte sich bei den Berlinern längst wieder verflüchtigt. Ein Spiel sei noch lange keine Serie, so der Tenor. Insofern sei nichts weiter passiert. Doch die Anpassungen, die Trainer Serge Aubin vorgenommen hatte, waren trotzdem nicht nur marginal. Jede Sturmreihe sah anders aus. Dazu musste er auf Verteidiger Markus Niemeläinen verzichten, der wegen der Geburt seines Kindes fehlte. Dafür rückte Lester Lancaster aus der vierten Reihe wieder in die Abwehr, Lean Bergmann kehrte ins Team zurück.

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Bezüglich Intensität und körperlichem Spiel, alles mit erheblichen Mankos zum Auftakt behaftet, konnte Bergmann zweifelsohne einiges beitragen. Das ist sein Spiel. Doch allgemein legten sich die Eisbären ins Zeug, attackierten früh und verbrachten viel Zeit in der offensiven Zone. Sie setzten immer wieder nach, die Gegenspieler unter Druck und erarbeiteten sich so einige Vorteile. Das 1:0 durch Ty Ronning nach starker Vorarbeit von Jonas Müller war der Lohn dafür (14.).

Obwohl die Eisbären die Partie bestimmten, blieben die Niederbayern gefährlich. Stefan Loibl traf mit einem Distanzschuss zum Ausgleich (18.). Doch die Berliner behielten ihren Biss, zeigten läuferisch viel Engagement. In engen Situationen bekamen sie immer noch einen Schläger an den Puck. So ergaben sich weitere gute Chancen, Ronning traf in Überzahl erneut zur Führung (21.). Lancaster (31.) und Jean-Sébastien Dea (36.) ließen beste Gelegenheiten verstreichen.

Eisbären Berlin müssten viel Härte aushalten

Dadurch gestaltete sich die Partie weiterhin eng. Die angeheizte Play-off-Stimmung entlud sich dabei auf dem Eis oft in vielen Nickeligkeiten. Manchmal auch in Kämpfen oder unfairen Aktionen wie einem Bandencheck von Marcel Brandt an EHC-Talent Moritz Kretzschmar (46.). Auch Ronning wurde immer wieder hart angegangen. Doch das brachte die Eisbären nicht vom Weg ab. Sie wollten dieses Spiel nicht mehr hergeben, obwohl die Gäste noch einmal viel Druck machten.

Am Ende zeigten die Berliner genau die Reaktion, die sie sich selbst als Ziel gesetzt hatten. Mit leidenschaftlichem Einsatz arbeitete sich der EHC zurück in die Serie und hatte damit ein paar Dinge klargestellt.