Als die Uhr ablief, war die Partie längst abgehakt. Die letzten Sekunden, vielleicht sogar Minuten, gehörten schon der Zukunft. Die Gedanken bei den Eisbären Berlin befassten sich damit, wie alles anders werden kann, was alles besser werden muss. Es ist eine Menge, das legte das erste Play-off-Spiel des Titelverteidigers zweifelsfrei nahe.

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Die Berliner erlebten einen grauenhaften Auftakt im Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen die Straubing Tigers. Sie waren chancenlos bei den Niederbayern und unterlagen mit 1:5 (0:3, 0:1, 1:1). Bis Freitag hat der EHC nun Zeit, sich Lösungen zu überlegen. Dann findet Spiel zwei der „Best of seven“-Serie in Berlin statt.
Eisbären Berlin können ihren Form nicht abrufen
Drei der vier Duelle um Punkte gingen für die Eisbären in dieser Saison verloren. Für Trainer Serge Aubin gab es also genug Stoff, um sich in den neun Tagen zwischen Hauptrunden-Ende und Viertelfinal-Start zu beschäftigen. Er schaute viel Video und wollte herausfinden: „Wo hat uns Straubing Ärger gemacht und warum?“ Das sollte dem Rekordmeister der DEL das Rüstzeug für einen guten Auftakt in der Serie geben.
In diese begaben sich die Teams mit unterschiedlichem Momentum. Zwar hatten die Berliner die Punktephase mit Platz sechs insgesamt schlechter abgeschlossen als die Niederbayern auf Rang drei. Doch die Eisbären sammelten zuletzt fünf Siege, während die Tigers zwei Niederlagen kassierten. Für den EHC war es das Zeichen, zur richtigen Zeit die beste Form gefunden zu haben. Das Spiel passte wieder zu den Ansprüchen.
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Allerdings ist das Eishockey ein schnelllebiges Geschäft. So intensiv wie am Dienstagabend in Straubing erfuhren das viele Berliner bislang nur selten. Zwar hatte die Partie bereits begonnen, doch die Profis aus der Hauptstadt schienen das irgendwie nicht mitbekommen zu haben. Sie wirkten abwesend, waren völlig orientierungslos, nicht mehr als Statisten im Straubinger Feuerwerk. Nach 1:57 Minuten stand es bereits 0:3. Tim Fleischer, Tyler Madden und Tim Brunnhuber hatten binnen 73 Sekunden getroffen.
Aubin hatte dasselbe Team aufgeboten wie in den Partien zuvor, den genesenen Lean Bergmann draußen gelassen. Doch die Mannschaft war auf einmal nicht wiederzuerkennen. Ein katastrophales Auftreten nahm den Berlinern alle Chancen. „Straubing war bereit, wir nicht. Wir haben zu wenig Zweikämpfe gewonnen“, sagte Verteidiger Jonas Müller. Körperlich und gedanklich konnten er und die Kollegen nicht mit dem Gegner mithalten. Oft wurden die Berliner überrannt, fast immer aber beherrscht von Straubing.
Eisbären Berlin finden nie in das Spiel
Das mündete bald in das vierte Gegentor, das Danjo Leonhardt erzielte (23.). Die Eisbären bemühten sich, irgendwie in die Partie zu finden. Doch es wollte nicht gelingen. Die Präsenz der Gastgeber, die durch Nick Halloran zum 5:0 (42.) kamen, erstickte oft bereits die Ansätze des EHC-Spiels. Stattdessen entstanden immer wieder Lücken, die zu gefährlichen Kontern wurden. Die Zahl der potenziell gefährlichen Abschlüsse der Berliner blieb gering, ihr Forechecking wirkungslos.
Selbst mit mehr Härte konnten sich die Eisbären nicht die nötige Geltung verschaffen. Die Partie lief trotz des 1:5 durch Liam Kirk in Überzahl (55.) einfach an ihnen vorbei.





