Für einen Einsatz bei den Eisbären Berlin reicht es bei Kai Wissmann noch nicht. Der Verteidiger kämpft nach einem Riss der Achillessehne um sein Comeback. Das soll nun aber sehr nah sein. Darauf setzt nicht nur der Titelverteidiger der Deutschen Eishockey Liga (DEL), sondern auch der Bundestrainer. Denn Harold Kreis hat den 29-Jährigen für die Olympischen Spiele in Mailand im Februar nominiert.

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Die Entscheidung zeugt von viel Vertrauen. Der Abwehrspieler konnte in dieser Saison noch nicht eine einzige Partie absolvieren. „Bedauerlich“ nannte Kreis dies bei der Bekanntgabe des Kaders des Deutsche Eishockey-Bundes (DEB) für das olympische Turnier. Aber gute Verteidiger sind derzeit so rar, dass er sich auf dieses Wagnis einlässt. Zumal Kreis „in intensivem Austausch“ mit Wissmann steht und davon ausgeht, dass dieser in einer „sehr guten körperlichen Verfassung“ sein werde.

Eisbären-Profis Wissmann und Geibel vor Olympia-Debüt

Bei Jonas Müller, Frederik Tiffels und Korbinian Geibel gibt es diesbezüglich keine Fragezeichen. Deshalb nominierte der Bundestrainer auch diese drei Profis der Eisbären, die am Dienstag in München (3:2) den zweiten Sieg hintereinander feierten, für das Spektakel in Italien. „Es ist eine Riesenehre, bei so einem Turnier dabei zu sein“, sagt Geibel. Der 23-Jährige erlebt wie Wissmann sein olympisches Debüt.

Eisbaeren Berlin - Loewen Frankfurt
Kai Wissmann (r.) soll schon bald wieder bei den Eisbären Berlin auflaufen, um Spielpraxis zu sammeln vor Olympia.© picture alliance / Andreas Gora | Andreas Gora

Sein bislang letztes Spiel machte Wissmann im Finale der Vorsaison, noch im Januar würde der Kapitän gern wieder mit den Eisbären auflaufen, um nicht ganz ohne Praxis in Mailand starten zu müssen. „Wir haben keine Mindestanzahl der Spiele vereinbart, wir setzen ihn nicht unter Druck. Aber es könnte durchaus sein, dass er seine fünf Spiele bekommt, bevor das Trainingslager losgeht“, so Kreis. Dazu müsste Wissmann nächste Woche wieder in der DEL spielen.

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Abwehrkollege Geibel war schon etwas früher dran. Auch der 23-Jährige fehlte lange verletzt, ist aber seit Ende Dezember wieder zurück und erhält nach einer starken WM-Premiere im vergangenen Jahr nun die Chance, sich auf höchstem Niveau zu beweisen. Denn bei Olympia werden erstmals seit 2014 wieder die Profis aus der NHL teilnehmen. Das hatte auch auf das DEB-Team großen Einfluss, neben Superstar Leon Draisaitl werden acht weitere Spieler aus Nordamerika das Trikot mit dem Adler überziehen.

Er hat eine unglaubliche Geschwindigkeit, kann durch sein Tempo Löcher reißen.

Harold Kreis, Bundestrainer, über Frederik Tiffels

Gerade im Angriff wurde es für viele deutsche Top-Spieler aus der DEL dadurch sehr eng. Die EHC-Stürmer Leonhard Pföderl (32), vergangene Saison Spieler des Jahres, und Marcel Noebels (33), über viele Jahre wichtige Stützen im Nationalteam und jeweils schon zwei Mal bei Olympia dabei, schafften den Sprung in den Kader nicht. Mit Tiffels ist allerdings der aktuell beste deutsche Scorer der DEL in Italien dabei.

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Eisbären-Verteidiger Korbinian Geibel fährt zum ersten Mal zu den Olympischen Spielen.© picture alliance / nordphoto GmbH | Engler

Kreis schätzt die Qualitäten des 30-Jährigen, der vor allem als Vorbereiter glänzt und unermüdlich arbeitet. „Er hat eine unglaubliche Geschwindigkeit, kann durch sein Tempo Löcher reißen“, sagt der Bundestrainer und sieht ihn „potenziell unter den Top Sechs“, also in den ersten beiden Sturmreihen. Vielleicht sogar direkt an der Seite von Jugendfreund Draisaitl. Festlegen will sich Kreis da nicht.

Leicht fiel dem Bundestrainer die Auswahl auch bei Jonas Müller. Der Verteidiger demonstriert unbeirrt seine Zuverlässigkeit, spult ein unglaubliches Kilometer- und Eiszeit-Pensum in der DEL ab. Aus dem Nationalteam ist er ebenso wenig wegzudenken. Seit Olympia 2018, als das deutsche Team sensationell Silber gewann, verpasste der 30-Jährige kein großes Turnier mehr und gehört zum Stamm der Mannschaft, mit der er 2023 gemeinsam mit Wissmann und Tiffels WM-Silber errang.

Auch drei Frauen der Eisbären Juniors spielen bei Olympia

Trotz seiner großen Routine steht auch Müller vor einem besonderen Turnier. „Mit den ganzen NHL-Stars ist es noch mal ein anderes Level“, sagt der Verteidiger, der mit den Eisbären schon am Donnerstag wieder in Iserlohn antritt (19.30 Uhr, MagentaSport). Das Nationalteam geht ab dem 31. Januar in Bozen in ein einwöchiges Trainingslager. Dort werden sogar Torhüter Jonas Stettmer und Verteidiger Eric Mik von den Eisbären dabei sein.

Allerdings nur, um den Kader bis zur späteren Ankunft der NHL-Spieler aufzufüllen. Die Partien in Mailand, wo die deutsche Mannschaft gegen Dänemark, Lettland und die USA antritt, beginnen erst am 12. Februar. Bereits ab dem 5. Februar sind die deutschen Frauen im olympischen Einsatz. Auch hier mischen einige Berlinerinnen mit. Die Angreiferinnen Laura Kluge, Franziska Feldmeier und Mathilda Heine von den Eisbären Juniors wurden von Bundestrainer Jeff MacLeod nominiert.

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