Als die Fans der Eisbären Berlin seinen Namen und ihn zu einer kleinen Extrarunde der Zuneigung riefen, war Marcel Noebels erlöst. Daran hatte das Resultat der Mannschaft gegen die Augsburger Panther einen großen Anteil. Beim 6:3 (2:0, 2:0, 2:3) gelang dem Stürmer allerdings auch früh eine Vorlage, es war sein 500. Punkt in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). „Ich habe die letzten vier Spiele hart dran gearbeitet, das hinter mich zu bringen“, sagte der 33-Jährige: „Ich bin sehr stolz.“

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Wichtig waren aber eben auch die drei Punkte, die allgemein für etwas Entspannung sorgten beim Rekordmeister. Weil der Sieg in Anbetracht der großen Überzahl der Niederlagen in den vergangenen Wochen dringend benötigt wurde. Der Siebte der Tabelle hat sich damit im Rennen um Platz sechs und die direkte Viertelfinal-Qualifikation zurückgemeldet. Zugleich aber auch den Abstand auf Platz elf, der nicht für das Play-off ausreicht, vergrößert. „Es war ein Arbeitssieg, nur so kommen wir auch weiter“, sagte Noebels.

Eisbären Berlin gehen jetzt auf lange Auswärtsreise

Somit geht die Mannschaft von Trainer Serge Aubin mit ein wenig mehr Ruhe in eine Woche, die aufgrund von drei Auswärtspartien zu einer längeren Reise quer durch das Land wird. Ohne Heimaufenthalt, mit viel Raum für Analysen, Aussprachen und Aktionen untereinander. „Das ist eine gute Möglichkeit, viel Zeit miteinander zu verbringen“, so der Coach. Die Mannschaft kann tatsächlich zusammenrücken, sich als Team in einer schwierigen Phase noch einmal neu ordnen.

Der Bedarf dazu besteht auch nach dem Erfolg gegen die Schwaben, die als aktuell Elfter wichtigen Boden auf den EHC hätten gut machen können. Obwohl die Missstimmung des Eisbären-Trainers nach dem 2:3 gegen Frankfurt zwei Tage zuvor zunächst eine Wirkung entfacht zu haben schien. Aubin ermahnte die Profis, in den Spiegel zu schauen und wieder energischer in die Zweikämpfe zu gehen. Dieses Manko begleitete die Berliner zuletzt zu häufig und sollte abgestellt werden.

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Darum bemühte sich das Team. Die frühe Führung durch Liam Kirk nach nur 40 Sekunden half dem Meister, schnell ins Spiel zu finden. Aufgelegt wurde der Treffer, Kirks zehnter in den jüngsten sechs Partien, von Noebels, der damit einen Meilenstein erreichte. Nur drei seiner 500 Punkte, lediglich 28 Profis haben das in der DEL-Geschichte geschafft, markierte er nicht im Trikot der Eisbären, sondern zu Beginn seiner Karriere in Krefeld. Mittlerweile gehört der Stürmer zu den punktbesten Spielern in der Historie des Klubs und der Liga.

Jubilar Noebels steht offenbar vor Wechsel nach Köln

Seine eigene Geschichte in Berlin wird wohl bald enden, sein Vertrag läuft aus und Noebels wird mit Köln in Verbindung gebracht. Doch er würde sich bei den Eisbären sicher gern mit einem besseren Bild verabschieden, als der Meister es derzeit bietet. Die Partie gegen Augsburg war vielleicht ein Anfang. „Das hoffe ich, es war nicht schlecht, um darauf aufzubauen“, so der Routinier. Spielerisch vielleicht weitgehend wenig eindrucksvoll, aber effizient. Leonhard Pföderl traf in Überzahl zum 2:0 (19.).

Die Berliner fielen anschließend nicht wie so oft in einen kollektiven Tiefschlaf, sondern blieben wach und bemühten sich um Ordnung im Spiel. Als sie diese kurz zu verlieren drohten, schoss Korbinian Geibel das 3:0 (30.) und beruhigte die Szenerie wieder. Die Treffer von Andreas Eder (33.) und Blaine Byron (42.) beseitigten schließlich alle Zweifel. „Es war insgesamt eine gute Leistung, vor allem in den ersten 40 Minuten. Wir haben mit Tempo gespielt“, so Aubin.

Eisbären Berlin im letzten Drittel mit drei Gegentoren

Obwohl es ohne ein bisschen Bangen, das zuletzt zu einem unschönen Standard geworden ist bei den Berlinern, natürlich auch nicht ging. Riley Damiani (45.) und Alexander Blank (46.) verkürzten, ehe Frederik Tiffels (Bandencheck) für fünf Minuten auf die Strafbank musste. Die Eisbären behielten aber trotz des zweiten Treffers von Damiani (54.) die Nerven. „Augsburg hat unsere Fehler genutzt“, sagte der EHC-Trainer, für den der Sieg vor allem dann wirklich wertvoll wird, wenn ihm nun Konstanz folgt.

In München treten die Berliner, für die Tiffels den Schlusspunkt setzte (58.), am Dienstag an, Donnerstag müssen sie nach Iserlohn, Sonnabend steht das große Winter Game im Dresdener Fußballstadion auf dem Programm. Dort wird es ziemlich kalt, das Zittern ist bei den Eisbären also noch nicht ganz vorüber, zumindest auf den Rängen. Obwohl sich auch dort einige nach dem wichtigen Sieg am Sonntag ein wenig erlöst fühlten.

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