Manche Spiele bringen gewisse Erwartungen mit sich. Wenn ein Klub mit einem starken Angriff auf einen mit einer schwachen Abwehr trifft, sind viele Tore eigentlich programmiert. So durfte man durchaus davon ausgehen, dass es zwischen den Eisbären Berlin und den Krefeld Pinguinen recht turbulent zugehen würde. Doch nicht immer treffen die Erwartungen dann auch ein, ausgerechnet zum Auftakt der Woche mit drei Heimspielen verweigerten die Eisbären ihren offensiven Beitrag. Sie verloren vor 9823 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena 1:5 (1:3, 0:1, 0:1) gegen den Drittletzten der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Krefeld ist das Team, das in der Liga die meisten Gegentore kassiert und überhaupt immer für Spektakel gut ist. Schließlich stellen die Rheinländer auch die beste Sturmreihe der DEL. Hinzu kommt, dass der Klub seit Monaten in großen finanziellen Schwierigkeiten steckt und das ordnungsgemäße Beenden der Saison infrage steht. Die sportliche Lage führte jüngst erst zu einem Trainerwechsel. Turbulenzen sind die Krefelder also gewohnt.

Fünf Spieler fehlen den Eisbären gerade

Leidenschaft zeigten die Pinguine in Berlin aber trotz aller Probleme, mehr sogar als die Eisbären. Die plagen jüngst zwar einige Verletzungen, fünf Spieler fehlen (Rankel, Pföderl, Ramage, Backman, Reichel ist bei der U20-WM). Dennoch wirft die Leistung vom Dienstag einige Fragen auf. Zwei Tage zuvor hatte Stürmer Maxim Lapierre noch den Charakter des Teams gelobt, nachdem es in Wolfsburg ein 1:4 in ein 6:5 n.V. verwandelt hatte. Die Worte waren kaum verhallt, da stand es gegen Krefeld schon wieder 1:4. Die Eisbären waren durch Louis-Marc Aubry in Führung gegangen (3.), sie bestimmten danach auch die Partie. Doch immer wieder war man unachtsam, nicht hartnäckig genug in den Zweikämpfen, spielte zu langsam und ließ Konter zu. Daniel Pietta (6.), Mike Schmitz (13.), Phillip Bruggisser (18./PP). und Laurin Braun (31.) trafen für die Gäste.

Zur zweiten Pause gab es Pfiffe von den Tribünen. Verständlich, selbst im jüngst erfolgreichen Überzahlspiel lief wieder wenig zusammen. Es schien, als sei die Mannschaft nicht richtig bei der Sache. Folglich blieb die Aufholjagd diesmal aus, Jacob Lagacé traf stattdessen zum 1:5 (59.). Der Abstand nach vorn ist in der Tabelle damit noch größer geworden für den Vierten, der seinen Platz trotz der Niederlage halten konnte.