Kommentar

Der Druck auf die Eisbären ist schon groß

Die Eisbären können sich nach einem schwachen Start in der DEL keine Ausrutscher mehr erlauben, meint Marcel Stein.

Die Eisbären-Profis Austin Ortega (l.) und Maxim Lapierre.

Die Eisbären-Profis Austin Ortega (l.) und Maxim Lapierre.

Foto: Matthias Balk / dpa

Das Spektakel ist vorbei, die NHL packt zusammen und zieht weiter. Geblieben ist ein gutes Gefühl bei den Eisbären. Sie haben das deutsche Eishockey würdig vertreten auf der großen Bühne, den Stars aus Nordamerika, aus der besten Liga der Welt, einiges abverlangt. Genau das war der Anspruch, die Berliner konnten diesem gerecht werden.

In der heimischen DEL sind die Ziele auch nicht gerade bescheiden, doch dort ist der siebenfache Titelträger weit von dem entfernt, was er sich vorgenommen hat. Diese Saison sollte besser werden, die vergangene Hauptrunde mit vielen enttäuschenden Leistungen vergessen machen. Jetzt sind sechs Spieltage absolviert – und die Berliner belegen den vorletzten Platz. Dass sie ein Spiel weniger ausgetragen haben wegen der NHL-Testpartie, kann man kaum mildernd geltend machen. Schon eher, dass die Eisbären mit Köln, München und Mannheim bereits drei Spitzenteams als Kontrahenten hatten.

Die Schonzeit ist vorbei, Trainer und Team müssen liefern

Doch 13 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter München nach nur sechs Spielen ist enorm, sieben Zähler auf Platz vier, dem erklärten Ziel der Hauptrunde, sind es ebenfalls, sind viel zu viel. Das bringt die Eisbären schon jetzt in eine gefährliche Situation. Sie drohen früh den Anschluss zu verlieren. Das lässt den Druck mit Blick auf die kommenden Spiele extrem steigen. Ausrutscher darf sich die Mannschaft bereits jetzt keine mehr erlauben. Iserlohn, Straubing und Augsburg sind die Gegner in dieser Woche. Nur Siege zählen.

Für den neuen Trainer Serge Aubin gibt es nun keinen Bonus mehr, die Aufbauphase ist vorbei, er muss liefern. Seine Ideen lassen sich erkennen, die Mannschaft hat eine spielerische Struktur. Das ist gut. Die Sicherheit darin fehlte zuletzt allerdings noch. Vielleicht kann das Spiel gegen die Chicago Blackhawks helfen, die neue Identität besser auf das DEL-Eis zu bringen.

Zwar wurde 1:3 verloren im Test gegen das NHL-Team, aber die Eisbären zeigten mehr als Ansätze. Sie spielten zeitweise ordentlich mit. Wenn die Mannschaft mit der gleichen Einstellung, dem gleichen Willen auch gegen die Gegner in der eigenen Liga antritt, besteht die Möglichkeit, den Rückstand einzudämmen. Und auch in der DEL bald wieder mit einem guten Gefühl aufzutreten.

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