Eisbären Berlin

Eisbären-Torhüter Cüpper und das große Kribbeln

Der Goalie verlor eine komplette Saison aufgrund von Verletzungen. Jetzt will er um den Stammplatz im Tor der Eisbären kämpfen.

Torhüter Marvin Cüpper 2018 im Champions-League-Einsatz für die Eisbären.

Torhüter Marvin Cüpper 2018 im Champions-League-Einsatz für die Eisbären.

Foto: V·clav ä·lek / dpa

Berlin. Die nächsten Tage und Wochen werden spannend. Die Frage lautet, ob das Kribbeln zurückkehrt. In der Region unterm rechten Auge von Marvin Cüpper tut sich in dieser Hinsicht gerade nicht viel. Weil das Jochbein zertrümmert worden ist. „Wenn die Stelle nach einem halben Jahr immer noch taub ist, sagt man, bleibt es so“, erzählt er. Die Zeit drängt, es hätte längst etwas passiert sein müssen. Gut acht Monate sind seit der Verletzung vergangen.

Cüpper lächelt, Torhüter müssen im Eishockey mitunter viel einstecken. „Das Jochbein stört gar nicht“, erzählt der 25-Jährige. Dafür spürt er das Syndesmoseband, das Schien- und Wadenbein im Sprunggelenk zusammenhält, noch immer. Das hatte er sich vor fast einem Jahr gerissen. Eine ganze Saison verlor der junge Goalie in seiner Entwicklung. Nun steht er in der Vorbereitung des EHC Eisbären auf die neue Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wieder zwischen den Pfosten. Um ein paar schmerzvolle Erfahrungen reicher, aber auch sehr optimistisch.

Syndesmoseband und Jochbein waren kaputt

Am Freitag sind die Berliner aufgebrochen zu einer längeren Reise, Sonnabend steht die erste Partie beim Dolomiten Cup gegen den SC Bern auf dem Plan. Am Sonntag im zweiten Spiel gegen Augsburg oder Oslo soll Cüpper spielen. Die Vorbereitung absolvierte Cüpper vor einem Jahr auch, unmittelbar vor dem Saisonbeginn verletzte er sich dann am Sprunggelenk. Als er zurückkehren wollte, folgte im ersten Spiel für den Kooperationspartner Weißwasser in der zweiten Liga das Aus wegen des Jochbeins. „Das waren harte Rückschläge, gerade in einer Saison, in der ich mehr Spiele hätte übernehmen sollen“, sagt Cüpper. Die Berliner hatten sich entschieden, mit zwei jungen deutschen Torhütern in die Spielzeit zu gehen. Noch bevor der erste Puck eingeworfen war, platzte das Projekt. Schließlich kam der erfahrene Kevin Poulin (29).

Solch eine Auszeit kann gravierende Folgen haben, doch Cüpper hat Glück. Die Eisbären glauben an sein Talent, lassen ihn gemeinsam mit dem neuen Keeper-Kollegen Sebastian Dahm (32) in die Spielzeit starten. Maximilian Franzreb (22), vergangene Saison die Nummer zwei, muss sich nun in Weißwasser beweisen. „Das ist ein Riesenzeichen und hat mich sehr gefreut“, sagt Cüpper, der erst auf 29 DEL-Einsätze kommt. Das Vertrauen tut ihm gut, gibt ihm Selbstbewusstsein. Obwohl der Wille und der Glaube an sich selbst bei ihm ohnehin stark ausgeprägt sind. Verletzungen, zumal so langwierige, steckt nicht jeder ohne Weiteres weg. „Das ist eine mentale Sache. Da bin ich zum Glück ganz fit, meiner Meinung nach“, so Cüpper. Er hat sich auf die Dinge konzentriert, die vor ihm liegen, statt daran zu denken, was er verpasst.

Offener Konkurrenzkampf mit Kollege Dahm

Die Fitness auf dem Eis kehrt langsam zurück. Im Fuß zieht es zwar noch ab und zu, aber „das beeinflusst mich nicht“. Er muss keine Schonhaltung mehr suchen oder Ausweichbewegungen machen. „Ich habe keine Angst mehr davor, hart in den Pfosten zu gehen. Das war am Anfang schwierig“, erzählt der Goalie, für den die Arbeit mit dem neuen Kollegen angenehm ist. Dahm ist ein Mann mit Teamgeist, ebenso bevorzugt es Cüpper, „wenn Harmonie zwischen den Torhütern besteht“. Das war auch früher mit Petri Vehanen so, der Cüpper als großes Vorbild diente.

Der Finne half dem jungen Goalie, Fortschritte zu erzielen. Nun sieht Cüpper eine neue Phase für sich anbrechen. „Jetzt ist es an der Zeit, dass ich meinen eigenen Weg gehe“, sagt er. Die Erfahrung von Dahm, der dänischer Nationaltorwart ist, schreckt ihn nicht ab. Die Erwartungen, die er an sich selbst hat, sind groß: „Für mich ist es diese Saison ein offener Konkurrenzkampf. Wir wollen beide dasselbe, hart trainieren und zeigen, dass wir die Nummer eins sein können.“ Das Duell um den Platz zwischen den Pfosten ist also eröffnet. Die nächsten Tage und Wochen werden spannend. Das Kribbeln vor der Saison könnte nicht größer sein bei Marvin Cüpper.

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