Eishockey

Talente schießen die Eisbären wieder an die Tabellenspitze

Sven Ziegler und Laurin Braun erzielen zwei Treffer beim Sieg über die Kölner Haie. Die Berliner sind wieder Tabellenführer in der DEL.

Laurin Braun erzielte gegen Köln das 2:1 für die Eisbären

Laurin Braun erzielte gegen Köln das 2:1 für die Eisbären

Foto: nph / Engler / picture alliance / nordphoto

In Düsseldorf machen sie sich gern lustig über die Kölner Haie. Rheinische Rivalität, die manchmal auf rheinischen Frohsinn trifft. Gerade versteigert die DEG ein paar Fanutensilien der Kölner, zwei aufblasbare Plastikhaie. In der Produktbeschreibung ist davon die Rede, dass die Luft etwas raus sei aus den Haien, ein paar Zähne fehlten und sie daher nicht mehr richtig bissig seien. Leichten Fischgeruch sollen sie auch verströmen. Es ulkt sich eben frech und fröhlich von der Spitzengruppe der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Vor allem, wenn der Rivale weit hinter den Erwartungen hinterherhinkt und nur im Mittelfeld rangiert.

Ganz so schlimm wie die DEG glauben macht, ist es um die Haie aber gar nicht bestellt. Nominell beschäftigt der Klub eine der stärksten Mannschaften der Liga. Das zeigt sich auch hin und wieder. So wie am Dienstag in Berlin bei den Eisbären. Die Rheinländer lieferten ein sehr solides Spiel ab, defensiv gut organisiert. Die Berliner hatten viel Mühe mit den Haien. Vor 12.110 Zuschauern gewannen sie nach großem Kampf dennoch mit 3:1 (0:0, 0:1, 3:0).

Harter Kampf um jeden Millimeter auf dem Eis

Bislang waren die beiden Aufeinandertreffen des EHC und der Haie klare Angelegenheiten. Zunächst gewann Köln 6:1, dann setzten sich die Berliner mit 5:2 durch. Diesmal ging es um Millimeter auf dem Eis, die Partie war enorm umkämpft und von taktisch guter Arbeit vor allem vor dem eigenen Tor geprägt. Zwar starteten die Eisbären mit gutem Tempo und Zug zum Tor in das Spiel, doch zu guten Abschlüssen kamen sie selten. Das setzte sich auch fort, als die Berliner nach einem Überzahltreffer der Haie durch Fredrik Eriksson in Führung gegangen waren (25.). Das Team von Trainer Uwe Krupp war engagiert, vergeudete jedoch zu viel Energie, in dem es zu viel um das Tor der Kölner herumspielte. Die Eisbären taten das, um die Abwehr der Gäste auseinanderzuziehen, doch die Wege zum Tor wollten sich kaum öffnen. Selbst in Überzahl nicht.

Doch Beharrlichkeit ist eine der Tugenden des EHC in dieser Saison. Die Eisbären arbeiteten unermüdlich daran, die Abwehr der Haie zu knacken. Als Verteidiger Jonas Müller (20) mit Schwung von rechts einlief und auf Sven Ziegler (21) passte, war es soweit. Ziegler nahm den Puck volley und schlug ihn ins Netz (43.). Ausgerechnet die beiden Jüngsten im Team glichen das Spiel aus. Als Laurin Braun nach einem Pass von Petr Pohl mit freier Schussbahn abzog, stand es 2:1 für die Eisbären (48.). Braun, auch erst 24 Jahre alt, schaute sich sicherheitshalber noch einmal um, ob der Puck wirklich im Netz lag. Denn nach etlichen Versuchen gelang Braun sein erstes Saisontor. Es war ein wichtiger Treffer, der die Berliner, für die Pohl noch das 3:1 erzielte (60.), wieder an die Tabellenspitze brachte.