Das Wetter macht in diesen Tagen wenig Spaß, nass ist es, kalt und trüb. Große Feierlaune ergibt sich dabei nicht, also blieb Spencer Machacek an seinem 27. Geburtstag am Mittwoch lieber zu Hause und erschien tags darauf ganz frisch zum Training. Na gut, ein bisschen verschlafen war er vielleicht. Aber nur, weil er den Halbfinaleinzug der Toronto Blue Jays im Fernsehen angeschaut hat. Zum ersten Mal seit über 20 Jahren sind die kanadischen Baseballer in der MLB so weit gekommen, das freut den kanadischen Eishockeyspieler: „Ein schönes Geschenk.“
Ansonsten erlebte Machacek sportlich zuletzt wenig glückliche Momente. Null Punkte aus drei Spielen, 1:11 Tore. „Auf die Siegerstraße zurückkehren und am Freitag gewinnen, das wäre mein Geburtstagswunsch für uns“, sagt der Stürmer des EHC Eisbären. Nach den drei Auswärtsniederlagen stehen zwei Heimpartien am Wochenende bevor. Mit den Augsburger Panthern geht es los (19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena), am Sonntag folgt der EHC München (16.30 Uhr).
Durchgangsstation Schwaben
Von den Panthern wechselte Machacek im Sommer nach Berlin. Augsburg war für ihn eine Durchgangsstation, ein Jahr der Bewährung in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). So wie für viele andere aus dem donauschwäbischen Klub, der stets mit geringem Budget risikoreiche Transfers eingeht und seine Glücksgriffe dann schnell an die Konkurrenz verliert.
Zuletzt holten die Eisbären Darin Olver und Barry Tallackson 2011 aus Augsburg nach Berlin. Weil sie Punkte am laufenden Band sammelten. Wegen seiner Tore und Vorlagen lotsten die Berliner den Angreifer allerdings nicht an die Spree. Machacek verfügt über andere Qualitäten. „Er gibt uns ein körperliches Element, er ist ein unangenehmer Gegenspieler, gerade in den Ecken“, sagt Trainer Uwe Krupp.
Der Typ, den er nach seiner Punktausbeute bewerten würde, sei der Kanadier nicht. Machacek macht seinen Gegnern das Leben schwer, bringt Energie und Leidenschaft in das Spiel der Eisbären, lebt als Stürmer auch die defensive Seite des Spiels sehr bewusst. Er verteilt die zweitmeisten Checks beim EHC. Und wenn es sich ergibt, kann er sogar Spielzüge einleiten und diese vollenden.
Immer aufregend gegen den alten Klub
Bei den Berlinern gelang ihm Letzteres noch nicht. Obwohl er keine großen Schwierigkeiten mit der Anpassung hat. „Es ist überall immer ein bisschen anders. Aber ich bin früh genug hier gewesen und habe nach und nach die Systeme mitbekommen“, sagt er und freut sich auf sein altes Team: „Das ist doch immer etwas aufregend, gegen den Klub zu spielen, von dem man kam.“
Leicht, das ahnt Machacek, wird es wohl nicht. Augsburg rangiert als Fünfter einen Platz vor den Eisbären. Um wieder auf die Gewinnerstraße zurückzukehren, müsse seine Mannschaft wieder härter zum Tor gehen. Jüngst fehlte da die letzte Konsequenz bei den Eisbären. Spencer Machacek versucht wenigstens, das zu korrigieren, schießt mit am häufigsten im Team. Bisher ohne Erfolg. „Es ist frustrierend, noch ohne Tor zu sein“, sagt er. Das zu ändern, wäre doch auch ein schöner Geburtstagswunsch. Ausgerechnet gegen Augsburg.



