Irgendwer hatte Uwe Krupp gegenüber erwähnt, dass das vergangene Wochenende dem EHC Eisbären Mut machen könne. In der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) läuft der Kampf um die Play-off-Plätze gerade auf Hochtouren. Fünf Spiele sind in der Hauptrunde noch Zeit, sich bestmöglich zu positionieren. Die Berliner konnten sich jüngst mit zwei Siegen gut in diesem Rennen behaupten. Doch Krupp gefiel die Formulierung nicht. „Wir haben Mut“, sagte der Trainer der Berliner: „Wir sind eine gute Mannschaft, wir sind stark und sind da, wenn es drauf ankommt.“ Damit das mal klar ist.
Platz sechs ist das Ziel
Zufällig kommt es jetzt wirklich drauf an. Viel Spielraum bleibt nicht. Drei Punkte vor den Eisbären lockt Platz sechs, der von Iserlohn besetzt wird, mit dem direkten Einzug in das Viertelfinale. Aber schon drei Punkte dahinter droht der von Nürnberg eingenommene Platz neun ohne das Heimrecht im Pre-Play-off. Am Dienstag steht in Mannheim beim souveränen Tabellenführer eine schwere Aufgabe bevor. Danach folgen zwei weitere Auswärtsspiele in Schwenningen und beim Zweiten in München. Eine heftige Woche wartet auf die Berliner.
Matt Foy, der gegen Nürnberg am Sonntag den Siegtreffer im Penaltyschießen zum 3:2 erzielte, sieht zunächst das Positive. „Für den Teamgeist kann das jetzt eine gute Sache sein“, sagt er. Viel läuft ja in der entscheidenden Phase über Teamgeist, darüber, wie sich eine Mannschaft als Einheit präsentiert. Nur wenn dieser Aspekt stimmt, kann es im Play-off weit gehen. Tage mit vielen Hotelübernachtungen können da noch einmal einen wichtigen Effekt zeitigen.
Tabellenführer ist der Maßstab
Um Ergebnisse geht es aber auch. Das gegen Nürnberg war gut, hätte jedoch besser sein können, weil kurz vor dem Ende der sichere Sieg aus der Hand gegeben wurde. „Wir haben hart gearbeitet, aber perfekt ist es nie“, sagt Foy. Form und Moral, das zeigte sich gegen Nürnberg, befinden sich auf einem Niveau, das den Berlinern einige Chancen eröffnet. Vor allem Mannheim und München werden erweisen, wie gut die Verfassung des EHC in der heißen Phase tatsächlich ist. „Mannheim ist der Maßstab in der Liga“, sagt Krupp und erwartet, dass die Adler trotz des fast sicheren Hauptrundensieges nicht nachlässig sein werden. „Wir können sehen, wie es gegen die Topteams läuft. Das ist ein guter Test“, so Foy.
Auch für den Fall, dass man im Play-off kein Heimrecht haben sollte. Unter Krupp hat das Team auswärts nicht sehr überzeugt. Von neun Spielen wurden nur zwei gewonnen. Diese Bilanz benötigt eine Aufbesserung, soll die Saison nicht früh enden. Mit so vielen Eventualitäten will sich Henry Haase lieber gar nicht beschäftigen. „Wir dürfen uns nicht zu viele Gedanken machen, wir müssen einfach Eishockey spielen“, sagt der Verteidiger. Und wenn es drauf ankommt, dann sind die mutigen Eisbären ja sowieso da.



