Eishockey

Eisbären Berlin ringen Grizzly Adams Wolfsburg nieder

Die Eisbären erzielten gegen Wolfsburg nur ein Tor. Das allerdings nach 25 Sekunden Spieldauer. Gegentreffer blieben aus. Trainer Tomlinson ereiferte sich über eine Strafe - und bekam selbst eine.

Foto: Armin Weigel / dpa

Es war ein interessanter Nachmittag, an dessen Ende die Spieler des EHC Eisbären von ihren Fans gleich mehrfach zu Ehrenrunden aufgefordert wurden und alle schließlich mit gleich mehreren Erkenntnissen den Heimweg antreten konnten. Die erste davon überrascht wenig, sind doch die Schiedsrichterentscheidungen in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) öfter mal wunderlich.

Die zweite ist nicht gut für die Berliner, denn es hat stark den Anschein, als würde der EHC mit Trainer Jeff Tomlinson wohl niemals mit so etwas wie einer kompletten Mannschaft auflaufen können. Die dritte mildert die zweite wieder ab, denn beim 1:0 (1:0, 0:0, 0:0) gegen die Grizzly Adams Wolfsburg zeigten die Eisbären, dass widrige Umstände durchaus zu meistern sind.

Die Partie gegen den Tabellendritten stand unter dem Motto, in der eigenen Halle wieder eine Macht zu werden nach zuletzt wenig gelungenen Heimauftritten. Das kündigte der Klub seinen Fans sogar im Programmheft an. Es fügte sich sehr gut, dass Antti Miettinen schon nach 25 Sekunden nach einem Alleingang zum 1:0 traf. Nach spielerisch netten Anfangsminuten verflachte die Partie etwas, dafür sorgten die Referees für Aufsehen.

Spieldauerstrafe für Hördler

Erst musste EHC-Verteidiger Frank Hördler nach einer harmlosen Szene mit einer Spieldauerstrafe in die Kabine (19.), der tobende Tomlinson fing sich dazu noch zwei Minuten ein. „Danach konnte man 1000 Euro wetten, dass es uns auch noch treffen würde“, so Gästetrainer Pavel Gross. Genauso kam es dann auch, zwischendurch mussten die Berliner in der ersten Pause noch die Trikots wechseln, weil Wolfsburg nur die Heimjerseys dabei hatte. „Ich konnte orange und rot unterscheiden“, sagte dazu Stürmer Florian Busch, der dann mit den Kollegen das Auswärtsweiß des EHC trug.

Busch musste diesmal in der Abwehr aushelfen. Neben Hördler fehlte dort auch Henry Haase, der sich beim Warmmachen verletzte. Zudem war Stürmer Julian Talbot nach dem 4:3 am Freitag in Hamburg für zwei Spiele gesperrt worden wegen eines Checks zum Kopf. Damit fehlten schon wieder sieben Profis. Doch großer Kampfgeist und aufopferungsvolles Helfen untereinander führten zu einer soliden Defensivleistung und sogar zum ersten Saisonspiel ohne Gegentreffer. „Wir haben schon lange nicht mehr so gewonnen, 1:0 ist viel besser als 5:0. Das gibt viel Selbstvertrauen“, sagte Busch.