Früher wusste man immer, was auf einen zukommt in Iserlohn. Also mal abgesehen von den lauten Fans in der kleinen Halle am Seilersee. Iserlohn, das war vor allem Michael Wolf, der Stürmer und Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Neun Jahre lief er für die Roosters auf, stand stellvertretend für ihren Ruf, unberechenbar zu sein in der Offensive. Im Sommer wechselte Wolf innerhalb der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nach München – und was das nun für Iserlohn bedeutet, darüber konnten sie sich beim EHC Eisbären noch kein genaues Bild machen.

Am Sonntag gab es nun diese Gelegenheit, am vierten Spieltag der neuen Saison mussten die Berliner ins Sauerland reisen. Und offenbar war die neue Konstellation für die Mannschaft von Trainer Jeff Tomlinson gar nicht so schlecht. Der EHC setzte sich mit 5:2 (2:0, 1:1, 2:1) durch und gewann damit sein drittes Spiel in Serie. In der Tabelle schoben sich die Berliner auf den zweiten Rang hinter Red Bull München vor.

Tomlinson entschied sich in Iserlohn, dem 21-jährigen Mathias Niederberger seinen ersten DEL-Einsatz im Tor der Berliner zu verschaffen. Im Sommer hatte der EHC den Sohn von Ex-Nationalspieler Andreas Niederberger aus Nordamerika, wo er die vergangenen drei Jahre verbracht hatte, in seine Mannschaft geholt. Vor allem wegen seiner Perspektive. In Iserlohn zeigte er, dass diese durchaus besitzt, die Mehrheit der Partien bei den Eisbären wird dennoch Weltmeister Petri Vehanen bestreiten.

Zugang Miettinen trifft

Gegen die Roosters stand Mark Bell nach seiner Augeninfektion dem EHC wieder zur Verfügung. Und er stand schnell im Mittelpunkt, Bell verdeckte dem Goalie der Gastgeber die Sicht, so dass ein harmloser Schuss von Verteidiger Henry Haase unvermittelt im Tor landete (6.). Anschließend knüpften die Berliner dort an, wo sie zuvor gegen Hamburg mit ihrem starken Überzahlspiel aufgehört hatten. Der finnische Zugang Antti Miettinen erzielte im Powerplay im zweiten Spiel für den EHC seinen ersten Treffer (10.).

Die Berliner bestimmten die Partie, spielten überzeugend und kamen durch Barry Tallackson zum 3:0 (25.). Wenngleich eine Unachtsamkeit den Iserlohnern durch Derek Whitmore den ersten Treffer ermöglichte (26.), behielten die Eisbären die Kontrolle. Matt Foy erzielte das 4:1 und sorgte für die Vorentscheidung (47.). Whitmore traf noch einmal in Überzahl (52.), was Julian Talbot mit dem Tor zum 5:2 konterte (58.).

Der Start in die Liga verlief für die Eisbären damit besser als erwartet, vor allem offensiv passt vieles schon sehr gut. Das weckt die Hoffnung, dass der Mannschaft am Dienstag in der Champions Hockey League die Revanche gegen Fribourg-Gotteron gelingt (19.30 Uhr, O2 World und Laola1.tv). Gegen die Schweizer unterlag der EHC im Hinspiel der Gruppenphase mit 3:6.

BM