Eishockey

Stefan Ustorf kapituliert vor Krankheit und beendet Karriere

Stefan Ustorf gab sein Karriereende bekannt. Die Folgen eines Checks zum Kopf setzen ihm weiter hart zu. Er hofft, in etwa zwei Jahren in den Eishockey-Sport zurückzukehren.

Foto: Thomas Eisenhuth / dpa

Stefan Ustorf war den Tränen nahe. Der langjährige Kapitän der Eisbären Berlin und der deutschen Nationalmannschaft muss vor seiner Krankheit kapitulieren. Tieftraurig gab der 29-Jährige am Donnerstag in Berlin sein endgültiges Karriereende als Eishockeyspieler bekannt.

Ustorf hatte am 6. Dezember 2011 nach einem Check gegen den Kopf ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten – die Folgen setzen ihm weiter hart zu. „Eine Rückkehr ins Eishockey ist für mich nicht mehr möglich. Deshalb muss ich nach über 1200 Spielen heute meinen Rücktritt vom Leistungssport bekanntgeben“, sagte Ustorf und war beim Dank an seine Familie tief gerührt.

„Es hat sehr lange gedauert, bis ich akzeptieren konnte, aktiv mit dem Eishockey aufzuhören“, erklärte Ustorf weiter, „ich dachte, dass ich sechs Monate nach der Verletzung wieder zurückkehren könnte. Aber leider haben alle Therapien nicht den gewünschten Erfolg gebracht.“

Kein bitterer Rückblick auf seine Zeit auf dem Eis

Trotz seines schlimmen Karriere-Abschlusses und zahlreicher Verletzungen blickt Ustorf keineswegs bitter auf die Zeit auf dem Eis zurück. „Ich würde heute jedes einzelne Spiel so spielen, wie ich es getan habe. Eishockey war meine große Leidenschaft, ich bedanke mich bei jedem einzelnen, der mir diese Profilaufbahn ermöglicht hat. Mein allergrößter Dank geht dabei an meine Frau und meine beiden Kinder“, sagte Ustorf bei einer Pressekonferenz mit bebender Stimme.

„Wir haben Danke zu sagen“, zollte Eisbären-Geschäftsführer Billy Flynn dem einstigen Musterprofi seinen Respekt. „Stefan war ein Spieler mit Herz und Charakter, für die Jungen ein echter Mentor. Zusammen mit Mark Beaufait und Steve Walker war er die wohl stärkste Verpflichtung, die uns je gelungen ist.“

Auch Manager Peter John Lee lobte Ustorf in seiner Rolle als Führungsspieler: „Wir Eisbären sind sehr glücklich, dass Stefan für uns gespielt hat. Ich hoffe, er bleibt unserem Club auch in der Zukunft erhalten.“

Wie die aussehen könnte, darüber ist sich der Ex-Stürmer noch nicht im Klaren. „Dadurch, dass ich meinen Körper nicht mehr fit halten konnte, treten nun Nachwirkungen erlittener Verletzungen auf. Ich leide unter Arthrose und muss mich demnächst einer komplizierten Schulteroperation unterziehen.“ Auch ein Schiefstand des Kiefers muss repariert werden.

Ustorf kehrt dennoch in den Sport zurück

Ustorf geht davon aus, dass der Genesungsprozess mit anschließenden Reha-Maßnahmen mindestens zwei Jahre dauern wird.

Im Anschluss will Ustorf in anderer Funktion in den Sport zurückkehren. „Eishockey ist mein Leben, und ich will dem Sport verbunden bleiben“, kündigt Ustorf an, „die Eisbären sind dabei mein erster Ansprechpartner“.

Der gebürtige Kaufbeurer bestritt für die Eisbären, Krefeld Pinguine, Adler Mannheim und Berlin Capitals insgesamt mehr als 600 Spiele in der Deutschen Eishockey Liga.

Mit den Eisbären wurde der Stürmer sechsmal Deutscher Meister. In der nordamerikanischen Profiliga NHL brachte es der Stürmer auf 59 Spiele für die Washington Capitals.

Zudem trug Ustorf 128 Mal das Trikot der deutschen Nationalmannschaft und nahm neben zahlreichen Weltmeisterschaften insgesamt viermal an Olympischen Spielen in Lillehammer, Nagano, Salt Lake City und Turin teil.