Eishockey

Warum NHL-Star Brière bei den Berliner Eisbären bleibt

Zuletzt war der Kanadier die Lebensversicherung der Eisbären. Nun bleibt er womöglich bis Saisonende. Anders steht es bei Landsmann Giroux.

Foto: Rainer Jensen / DPA

Pavel Gross sang Loblieber. Also nicht wirklich, aber im übertragenen Sinne. Zwar ist er Trainer der Grizzly Adams Wolfsburg und damit in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ein Konkurrent des EHC Eisbären, doch Gross schwärmte von den Berlinern. Die hätten die beste Mannschaft der Liga, in Don Jackson auch den besten Trainer. Das hätten die vergangenen Jahre mit den vielen Titeln doch gezeigt. Zu viel Kritik sei daher unangebracht, obwohl die Berliner noch nicht richtig in der Spur sind, wie es das 5:4 nach Verlängerung am Mittwoch gegen Wolfsburg offenbarte.

Genug gelobhudelt hatte der Tscheche da noch nicht, auch Daniel Brière würdigte er. „Das kann man nicht lernen“, sagte Gross zu den beiden Toren und den zwei Vorlagen, die der Kanadier beisteuerte und den Berlinern damit den Sieg brachte. Zumindest in diesem Punkt war Gross uneingeschränkt zuzustimmen: Brières individuelle Klasse rettete dem EHC zwei Zähler. Umso schöner für den Titelverteidiger, dass Brière seinen bis 31. Dezember laufenden Vertrag am Donnerstag bis zum Saisonende verlängerte.

Vertragsverlängerung verhindert nicht NHL-Rückkehr

Natürlich heißt das nicht, dass er auch so lange bleibt. Dazu dürfte die Saison in der nordamerikanischen NHL nicht mehr beginnen. Dort ist Brière bei den Philadelphia Flyers beschäftigt, aber wegen eines Tarifstreits zwischen Klubs und Profis ruht der Spielbetrieb. Bis Mitte Januar, so die Schätzungen, müsste der Streit beigelegt sein, um die Saison doch noch aufzunehmen. Ein paar Wochen ist Brière also in jedem Fall noch ein Berliner.

Und das ist gut so. „Wir freuen uns natürlich, dass er bleibt. Er tut viel für unsere Mannschaft“, sagt Manager Peter John Lee. Seit dem 12. Oktober läuft der 35-Jährige für den EHC auf und ist inzwischen Top-Scorer (9 Tore, 24 Vorlagen) – mit gut zehn Spielen weniger als die meisten anderen. Diese Anzahl an weniger gespielten Partien gilt auch für die gesamte DEL, wo der Angreifer Platz fünf einnimmt.

Giroux kommt wohl nur zurück, wenn NHL ausfällt

Erst an Stelle 61 der Rangliste folgt jemand, der noch weniger Spiele absolviert, aber trotzdem sehr viele Punkte gesammelt hat. Das ist Claude Giroux, Brières Kollege bei den Flyers – und für neun Partien auch bei den Eisbären (19 Zähler). Wegen einer Nackenverletzung kehrte er zurück nach Kanada, ist inzwischen aber wieder fit. Da er denselben Agenten wie Brière hat, unterhielt sich Lee mit diesem auch über Giroux. „Eine Rückkehr ist aber nur wahrscheinlich, wenn die Saison in der NHL komplett ausfällt“, so Lee.

Damit kann der Manager nicht planen, mit Brière vorerst schon. Die letzten beiden Partien des Jahres sind zwei wichtige gegen direkte Konkurrenten. Erst gastiert Ingolstadt am Freitag in Berlin (19.30 Uhr, O2 World), am Sonntag dann treten die Eisbären in Krefeld an.