Es gibt Spiele, für die muss man keine Plakate drucken. Dortmund gegen Schalke im Fußball, Alba gegen Bamberg im Basketball und natürlich die Eisbären aus Berlin gegen die Mannheimer Adler im Eishockey.

Schon gar nicht nach dem Finale der vergangenen Saison, als sich die Berliner mit einem geschichtsträchtigen Comeback die sechste Meisterschaft sicherten. Am Mittwoch (19.30 Uhr, O2 World) kehren die Mannheimer erstmals nach dem für sie frustrierenden Saisonende nach Berlin zurück, und zwar als Tabellenführer. Die Eisbären sind Vierter und verloren bereits Anfang September das erste Duell im zweiten Spiel der neuen Saison bei den Adlern mit 1:6 .

„Die Spiele gegen Mannheim sind Prestige-Duelle, die wollen wir natürlich gewinnen“, sagt Florian Busch, „es geht aber auch um wichtige Punkte, die wir bislang, wie beispielsweise in Hamburg, haben liegen lassen.“

Eisbären-Stürmer Olver spielt stark auf

Busch spielt in einer Reihe mit Darin Olver und Barry Tallackson, dem Duo, das in der vergangenen Saison mit insgesamt 46 Toren und noch mal elf Treffern im Play-off großen Anteil am Gewinn der Meisterschaft hatte. Die drei spielen erst seit vier Spielen wieder miteinander, weil Olver wegen einer Hüft-Operation im Sommer die ersten 17 Spiele fehlte. „Wir sind dabei uns wieder aneinander zu gewöhnen“, erklärt Busch. Der Prozess scheint auf gutem Weg, denn beim 5:2 gegen München trafen sowohl Olver als auch Busch, nur Tallackson nicht. „Schade“, schmunzelt der Wuschelkopf, den alle nur „Buschi“ nennen, „wir haben schon mehrfach versucht, ihm einen aufzulegen.“

Für Olver war das erste Tor nach der quälend langen Reha „ein befreiendes Gefühl“. Gerade rechtzeitig, blickt der 27-jährige Stürmer voraus, „denn Spiele gegen Mannheim sind immer große Spiele, egal zu welchem Zeitpunkt der Saison und unter welchen Umständen.“

14 Minuten fehlten Adlern zur Meisterschaft

Ein Klassiker eben, dem im vergangenen Finale noch die Krone aufgesetzt wurde. 14 Minuten hatten den Adlern in eigener Halle noch zur Meisterschaft gefehlt. Dann aber machten Olver und sein Team aus einem 2:5 ein 6:5 nach Verlängerung, erzwangen das entscheidende fünfte Spiel, gewannen 3:1 und waren Meister.

„Ein letztes Spiel, in dem du dann auch noch Meister wirst, bleibt dir lange in Erinnerung“, erzählt der Torjäger. „Aber jetzt sind wir schon fast bei der Halbzeit der neuen Saison. Da muss man die schönen Erinnerungen beiseite stellen und sich auf den Moment konzentrieren.“

Mannheim reist mit zwei NHL-Stars an

Und Mittwoch ganz besonders, wie das 1:6 im September belegt. Zudem waren auch die Adler nicht untätig, als der Arbeitskampf in der NHL ins Stocken geriet. Sie kommen mit Marcel Goc von den Florida Panthern und Verteidiger Dennis Seidenberg nach Berlin, der 2011 mit den Boston Bruins den Stanley Cup gewann. „Es ist natürlich so, dass die jungen Spieler weniger Einsatzzeiten bekommen, jetzt, da viele Spieler aus der NHL in der DEL spielen“, sagt Olver, „aber die Fans kommen und wollen sehen, wie gut die wirklich sind und ich glaube, jede Liga auf der Welt ist bestrebt, so gut wie möglich zu sein. Das ist völlig legitim.“

Zumal es ihm ja persönlich auch das Privileg eingebracht hat, jeden Tag mit einem der ganz Großen seiner Zunft aufs Eis zu gehen. Claude Giroux weilt derzeit bedauerlicherweise zu einem Arztbesuch in den USA, sein Team-Kollege von den Philadelphia Flyers, Daniel Briere, wird heute mit der Nummer 84 gegen Mannheim auflaufen und ist schon längst zum Publikums-Liebling der Eisbären-Fans geworden. „Ich hatte gehört, was er für ein netter Typ ist und es stimmt wirklich“ sagt Olver. „Unglaublich, wie schnell er sich bei uns ins Team gefunden hat.“

Briere freute sich nach dem Sieg gegen München, „für Mannheim Schwung geholt zu haben“. Ein Sieg gegen die Adler, ist sich Olver sicher, „würde uns Schwung für die nächsten Wochen geben“.