Nach Ellenbogencheck

Eisbären-Star Giroux fliegt für Untersuchungen nach Amerika

Der 24 Jahre alte Stürmer Claude Giroux hat eine verletzte Halswirbelsäule. In Atlanta unterzieht er sich nun unterschiedlichen Tests.

Foto: Matthias Kern / Bongarts/Getty Images

Es sind viele Stars wegen des Arbeitskampfes in der nordamerikanischen Profiliga NHL nach Europa gekommen und es gibt wohl kaum zwei Meinungen, dass sich die Eisbären mit Claude Giroux den dicksten Fisch angeln konnten. Der 24-jährige Stürmer kam mit seinem Freund und Kollegen Daniel Briere (35) von den Philadelphia Flyers nach Berlin. Beide verzauberten auf Anhieb die Fans. Bedauerlicherweise wird Giroux, vielleicht der beste Spieler, der in der DEL jemals das Eis betreten hat, dem Team von Don Jackson auf unbestimmte Zeit fehlen. Er fliegt am Mittwoch in die USA, um die Verletzung der Halswirbelsäule, die er durch einen Ellenbogenschlag des Krefelders Boris Blank erlitt, von einem Spezialisten in Atlanta untersuchen zu lassen.

Dort wird er sich unterschiedlichen Tests, auf dem Eis und abseits des Eises, unterziehen. Reine Vorsichtsmaßnahmen, versichert der Klub, um eine schwerere Verletzung und deren Folgen auszuschließen. Giroux war nach dem Vorfall im Krefeld-Spiel nicht bewusstlos, der SCAT-Test (neuer Standard bei Verletzungen im Kopf und Nackenbereich) ergab keinen eindeutigen Befund. Dennoch klagte Giroux weiterhin über Unwohlsein.

Ermittlungsverfahren gegen Blank

„Ich habe lange mit ihm gesprochen und wir wollen auch das allerletzte Risiko ausschließen und alles doppelt und dreifach checken“, erzählt Manager Peter-John Lee. „Alle Untersuchungen könnten auch hier gemacht werden, aber er ist in Nordamerika versichert, hat hier nur einen kurzfristigen, dort aber einen langfristigen Vertrag. Bei uns hätte er das Wochenende ohnehin ausgesetzt, also macht es Sinn, dass er in die USA fliegt. Ich bin guter Hoffnung, dass wir ihn vielleicht schon in der nächsten Woche wiedersehen.“

Lee und Coach Jackson hatte sich am Sonnabendmorgen wieder und wieder die Aktion Blanks vom Vorabend auf Video angesehen, die zur Verletzung des NHL-Stars führte, der in Philadelphia für drei Jahre für 11,25 Millionen Dollar unter Vertrag steht. Am Ende entschloss sich Lee, bei der Liga ein Ermittlungsverfahren gegen Blank zu beantragen. Ohne Erfolg. Es wurde eingestellt, weil „in den vorliegenden Videobildern kein Vorsatz in der Aktion des Krefelders gegen den Berliner zu erkennen“ sei. Der Kopf Girouxs habe sich sogar auf den Arm Blanks zubewegt.

Die Entscheidung wurde mit Unverständnis zur Kenntnis genommen. „Die Köpfe der Spieler müssen mehr geschützt werden. Ich bin mir nicht sicher, ob alle Beteiligten wissen, was dafür notwendig ist. Ich hatte nach den bisherigen Entscheidungen der DEL ein anderes Urteil erwartet“, sagte Lee. Ein Ellenbogencheck sei und bleibe ein Ellenbogencheck.