Wegen Checks gegen Kopf und Nacken hat der Disziplinarausschuss der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) den Berliner Stürmer Mark Katic (23) für vier Spiele gesperrt, zudem muss der Kanadier 1200 Euro Strafe zahlen. Das Ermittlungsverfahren war nachträglich auf Antrag der Kölner Haie eingeleitet worden. Der Spitzenreiter hatte sich am Freitag 6:5 beim EHC Eisbären durchgesetzt, dabei war eine Attacke von Katic gegen Rok Ticar ungeahndet geblieben.

So wie im Fall Katic verfährt die DEL neuerdings oft. Allein zehn Sperren und Geldstrafen in Höhe von insgesamt 10.200 Euro – für Eishockey-Verhältnisse viel Geld – verhängte der Disziplinarausschuss wegen Checks gegen Kopf und Nacken nach elf Spieltagen bereits. Die Strafminuten pro Spiel stiegen im Vergleich zur Vorsaison durchschnittlich um fast neun. „Es hat niemand etwas gegen einen harten, fairen Check“, sagte DEL-Spielleiter Jörg von Ameln, „aber die Spieler müssen lernen, dass Attacken gegen den Kopf nicht toleriert und hart bestraft werden.“

Der Unmut wächst

Inzwischen wächst jedoch der Unmut bei Trainern und Managern, sie beklagen eine fehlende einheitliche Bestrafung. So stöhnte etwa Düsseldorfs Manager Walter Köberle, der schon drei Profis wegen Sperre verlor: „Wenn das so weitergeht, haben wir in keinem Spiel mehr unseren gesamten Kader zur Verfügung.“

Auch Berlins Manager Peter John Lee fordert Fingerspitzengefühl ein: „Ich würde mich wirklich freuen, wenn der Disziplinarausschuss endlich anfängt, gleiche Maßstäbe anzulegen. Wir akzeptieren die Strafe. Man kann den Check von Mark durchaus als unnötig bezeichnen, auch wenn wir weiterhin davon ausgehen, dass es ein fairer Schultercheck war. Genau so unnötig war jedoch der Check gegen Mads Christensen in unserem zweiten Saisonspiel. Er fiel zwei Wochen wegen einer Gehirnerschütterung aus, und das Ergebnis war die Einstellung des Verfahrens.“

Im Vorjahr musste EHC-Kapitän Stefan Ustorf nach Kopfcheck seine Karriere beenden. Als Zuschauer kommt er am Sonntag zum Spiel gegen Iserlohn, weil es im Zeichen des von ihm unterstützten Kampfes gegen Brustkrebs steht – gegen den Willen seines Arztes.

rh