Mit Claude Giroux und Daniel Briere spielen neuerdings zwei Profis aus der National Hockey League (NHL) beim EHC Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), da in Nordamerika auf noch unbestimmte Zeit ein Arbeitskampf mit den Klubeignern tobt. Giroux (24) musste seit seiner Ankunft am Dienstag mit Abstand die meisten Interviews geben, ziert er doch als drittbester Scorer der Vorsaison inzwischen die Front der NHL-Videospiele in aller Welt.

Beim DEL-Debüt am Freitag erzielte Giroux dann prompt auch gleich ein Tor, konnte die Niederlage gegen Köln (5:6) damit aber nicht verhindern. Beim zweiten Auftritt der Übersee-Importe übernahm nun der acht Jahre ältere Briere die Vorreiterrolle, und wie: Mit drei Toren führte der Kanadier die Eisbären fast im Alleingang zum überlegenen 6:2 Erfolg bei den Grizzly Adams Wolfsburg.

Es war immerhin der dritte Auswärtssieg in Folge für die Berliner, wobei diesmal eher die Atmosphäre eines Heimspiels herrschte. Über 1000 EHC-Fans hatten die Reise nach Niedersachsen angetreten und absolute Stimmhoheit im mit insgesamt nur 3300 Zuschauern gefüllten Grizzly-Stadion.

Nun ist es zum Glück aber so, dass Briere und Giroux sich bei den Philadelphia Flyers derart gut eingespielt haben, dass sie einen Zuruf des Nebenmannes ohnehin nicht unbedingt hören müssen, um das Richtige zu tun. So erhöhte Briere nach der Führung von Barry Tallackson (5.) umgehend auf 2:0 (7.). Vor der ersten Pause hätten noch viel mehr Berliner Tore fallen müssen, aber Pfosten und Latte verhinderten dies. Zudem wurde das Wolfsburger Tor noch zweimal im richtigen Moment aus der Verankerung gezogen, Giroux’ Treffer in das um 90 Grad verschobene Gehäuse fand aber keine Anerkennung.

Den überraschenden Anschlusstreffer durch Adrian Grygie (19.) beantwortete Briere schnell (24.), doch Alexander Polaczek (30.) sorgte abermals für den Anschluss. Dann zeigte sich, dass der Schwung der NHL-Stars auch die anderen Eisbären ansteckt. James Arniel (42.) und Frank Hördler (54.) trafen, beim perfekten Schuss in den Winkel des Letzteren staunte sogar Giroux auf dem Eis: „Wow!“ Briere (60.) sorgte schließlich für den Endstand. In wenig guter Erinnerung wird Florian Busch sein 500. DEL-Spiel behalten. Der Stürmer zog sich bereits in den Anfangsminuten eine Adduktorenzerrung zu und schied ebenso verletzt aus, wie Laurin Braun (Bauchmuskelzerrung).

BMO