Eishockey

Die Eisbären - beste Mannschaft des Jahrzehnts

Gefühlt kann es ohnehin nur eine Mannschaft gewesen sein, die im vergangenen Jahrzehnt als beste in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) abgeschnitten hat. Vier Meistertitel und eine Finalteilnahme suchen ihresgleichen. Doch auch unabhängig vom Play-off dominieren die Berliner zwischen seit zehn Jahren die Liga: Alle Hauptrundenspiele zusammengerechnet liegen sie an Platz eins der Tabelle und sind damit das beste Team des Jahrzehnts - ein Erklärungsversuch in Form einer Bilanz.

Schwacher Start: Zu Beginn der 2000er Jahre ist nicht abzusehen, welche Entwicklung die Berliner nehmen werden. Nach drei erfolgreichen Jahren sortiert man sich zunächst einmal wieder unten ein und belegt zweimal in Folge (1999/2000 sowie 2000/2001) nur Rang 13. Ein beliebter Spruch in dieser Zeit: „Eisbären ohne Lee, sonst schaffen wir das nie!“ Viele der Rufer leisten später wiederholt Abbitte und werden glühende Verehrer des Managers, der noch heute als Kopf der Eisbären gilt.

Der Mann mit dem Plan: Im Januar 2002 übernimmt Pierre Pagé den Trainerposten bei den Eisbären – und verkündet großspurig seine Visionen. „Ich habe einen Plan, mit dem wir in drei Jahren Meister werden können“, so Pagé. Man hört ihm gern zu, aber aufgrund der Geschichte des Klubs mag keiner wirklich an seine Worte glauben. Zunächst führt er die Mannschaft auf Platz sieben und damit wieder ins Play-off.

Arbeit und Erfolg nach Plan: Als Pagé in seine erste komplette Saison geht und seine Vorstellungen umsetzen kann, wird sein Plan deutlich: Die Mannschaft wird sukzessive verjüngt und bei der Auswahl der Spieler rückt Schnelligkeit in den Vordergrund. Zudem intensivieren die Eisbären ihre Jugendarbeit. Die technisch und läuferisch starke Mannschaft, nach Pagés Idee geformt, wird zum Maßstab in der DEL. Zumindest in der Hauptrunde, im Play-off noch nicht.

Doppelter Meister: Nach zwei Jahren als Sieger der Hauptrunde gönnen sich die Berliner in der Saison 04/05 eine Pause und werden nur Zweiter. Dafür folgt der erste Titel. Pagé wird zum Helden erklärt, sein Drei-Jahres-Plan ist aufgegangen. Ein Jahr später verteidigen die Eisbären den Titel, als Erster der Hauptrunde.

Zäsur ohne Tränen: Irgendwann verbraucht sich auch der beste Trainer, vor allem, wenn er so anstrengend ist wie Pagé. Deswegen unternehmen die Eisbären in der Saison 06/07 einen Ausflug in die Vergangenheit, werden nur Neunter und verpassen das Play-off. Pagé geht, im Klub weint ihm keiner nach. Die Zusammenarbeit war zuletzt aus verschiedenen Gründen sehr schwierig.

Held weg, Erfolg wieder da: In Don Jackson, anders als Pagé ein Spielerfreund, findet Manager Lee einen Trainer, der den Erfolg zurückbringt. Wirklich schwer hat er es nicht: Die Mannschaft will zeigen, dass sie nicht so schlecht war, wie sie vorher gemacht worden ist. Sie rückt in der Hauptrunde auf Platz zwei vor und wird zum Abschied aus dem Wellblechpalast zum dritten Mal Meister. Titel Nummer vier folgt umgehend in der O2 World, die zudem mit dem ersten Hauptrundenplatz einen perfekten Einstand erlebt. Das Jahrzehnt endet nun – irgendwie folgerichtig – mit den Eisbären Berlin an der Spitze. Sowohl in der Gesamttabelle als auch im Saisontableau. Was fehlt ist nun nur noch die Krönung mit dem nächsten deutschen Meistertitel.