Berlin-Frankfurt

Heimserie der Eisbären reißt nach 17 Siegen

17 Siege in Serie, fast neun Monate keine Heimniederlage – so hätte es weitergehen können für die Eisbären Berlin. Doch am Freitag gegen die Frankfurt Lions kam der Puck einfach nicht da an, wo er hin sollte. Auch vier Minuten in Überzahl brachten keine Wende.

Wie es sich anfühlt, die O2 World als Verlierer zu verlassen, haben die Fans des EHC Eisbären und die Mannschaft selbst fast vergessen. Jubelgesänge fordern die Profis zu beinahe endlosen Ehrenrunden – so enden die Heimspiele der Berliner in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) normalerweise. Zuletzt verloren die Berliner am 20. Januar 2:4 gegen Duisburg. Am Freitag erlebten die Berliner nun wieder, wie es ist, ohne Ehrenrunden nach Hause zu müssen. Nach 17 Heimsiegen in Serie riss die schöne Serie. Gegen die Frankfurt Lions setzte es für den Tabellenführer ein enttäuschendes 2:6 (2:3, 0:1, 0:2).

Eigentlich sah es so aus, als würde der Abend vor 14.200 Zuschauern in der ausverkauften Arena ähnlich verlaufen wie schon so viele in diesem Jahr. Traumhaft legte Sven Felski den Puck auf André Rankel, der passte direkt in die Mitte zu Tyson Mulock, und dieser bugsierte das Spielgerät ins Tor (6.). Alles in atemberaubender Geschwindigkeit. Solche Spielzüge gehören zum Standardrepertoire der Berliner. Doch gibt es auch bei den Eisbären Tage, an denen nicht alles so spielerisch leicht funktioniert wie gewohnt. An denen der Puck nicht dort ankommt, wo er hin soll. Das passierte am Freitag seltsam oft. Die Eisbären mühten sich, aber es kam einfach kein Fluss in ihr Spiel.

Vielleicht lag es daran, dass viele EHC-Profis angeschlagen in die Partie gingen, Stürmer Florian Busch fiel gleich ganz aus. Natürlich taten auch die Frankfurter viel dafür, dass die Berliner sich nicht entfalten konnten. Sie griffen früh an und verunsicherten die instabilen Gastgeber noch mehr. Durch Jason Young (10.), Alexander Polaczek (14.) und Christoph Gawlik (17.) zogen die Lions auf 3:1 davon.

Zwar konnte Richie Regehr auf 2:3 verkürzen (18.), und es gelang den Eisbären, etwas gradliniger zu agieren. Doch selbst vier Minuten Überzahl am Stück waren Mitte des zweiten Drittels zu wenig, um den Ausgleich zu erzielen. Frequenz und Präzision der Schüsse blieben weit hinter dem üblichen Maß zurück gegen schnelle und sehr aufmerksame Lions.

Das führte dazu, dass die dritte Heimniederlage in diesem Jahr sehr deutlich ausfiel. Jeff Ulmer (39.) und Derek Hahn (44./49.) erhöhten auf 6:2 für Frankfurt und zerstörten kurz vor dem Ziel die Chance auf Einstellung des DEL-Rekordes. Der liegt bei 19 Heimsiegen in Folge, aufgestellt von den München Barons in der Saison 1999/2000. Die Fankurve nahm es gelassen, dort jubelte man kurz nach dem Spiel wenigstens ein bisschen – aus Trotz und wohl auch Gewohnheit.

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