Als Fan der Kölner Haie musste man in der jüngeren Vergangenheit durchaus eine gute Portion an Leidensfähigkeit aufbieten können. Nur sah sich dazu nicht jeder in der Lage, weshalb die Haie ein kleines Zuschauerproblem entwickelten. Doch mit Trainer Bill Stewart, angeheuert Anfang Dezember, kehrte nicht nur der Erfolg zurück, sondern auch die Besucher. Gleich 15000 fanden sich am Sonntag zum Spiel gegen den Meister EHC Eisbären in der Kölner Arena ein.

Die meisten von ihnen gingen allerdings mit einer zuletzt ungewohnten Stimmung wieder nach Hause, denn es passierte, was es unter Stewart noch nicht gegeben hatte: Die Haie verloren daheim. Mit 5:3 (0:1, 3:2, 2:0) setzte sich der Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bei den zuvor zu Hause acht Mal in Serie erfolgreichen Rheinländern durch.

Die Partie folgte dem zuletzt von den Eisbären, die auf die Stürmer Stefan Ustorf (Nackenprellung) und T.J. Mulock (Leistenprobleme) sowie Verteidiger Frank Hördler (Knochenentzündung) verzichten mussten, recht gern praktizierten Muster: Abwarten, den Gegner sich austoben lassen, auch wenn das einen Rückstand als Konsequenz hat, und ihn dann mit gemeinen Angriffen so lange traktieren, bis er in die Knie geht.

Übersetzt in Zahlen bedeutete dies, dass der Titelverteidiger nach einem 0:2, das die Haie nach dem Tor von Tyson Mulock (26.) noch auf ein 3:1 ausbauten, mit einer starken zweiten Spielhälfte das gewohnte Resultat erzielte. „Einige Spieler haben die Partie durch ihre individuelle Stärke entschieden“, sagte Trainer Don Jackson, der sich über Treffer von Florian Busch (31.) André Rankel (38./60.) und Steve Walker (44.) freuen durfte.

Vielleicht hat sich sogar Bill Stewart ein bisschen gefreut. Nachdem er mit den Haien im letzten Spiel des alten Jahres auf die Eisbären getroffen war, sagte er, „wir müssen das als Lernerfahrung nehmen“. Damals verloren die Haie in Berlin 2:5. Ein wenig haben sie offenbar bereits daraus gelernt, schließlich gelang ihnen am Sonntag ja schon ein Treffer mehr als vor drei Wochen. Für die Haie-Fans war dieser Fortschritt allerdings zu wenig.

BMO