Wie auf einem „Thron“ fühlte sich Kaweh Niroomand in seinem Sessel bei der Saisonauftakt-Pressekonferenz. Das zumindest war der erste Kommentar, den der Geschäftsführer der BR Volleys schmunzelnd in Richtung der Pressevertreter richtete. Vieles ist neu in dieser Spielzeit. Nie war die Volleyball-Bundesliga größer: Erstmals gehen 15 Teams an den Start. Grund genug für Vorfreude. Für Niroomand aber auch Anlass, um seinem Unmut Luft zu machen. Seine Zielscheibe? Der Weltverband FIVB.

Am Dienstag empfangen die BR Volleys im ersten Spiel den VfB Friedrichshafen (19:30 Uhr, Dyn). Ein Klassiker des deutschen Volleyballs. „Was Besseres hätte uns nicht passieren können“, kommentiert Niroomand den Auftakt zwischen den zwei erfolgreichsten Teams der Bundesliga, fährt aber mit finsterer Miene fort: „Und dann wird das auf einen Dienstag gelegt – da verlieren wir Zuschauer, wir verlieren Geld und leiden unter der Arroganz des Weltverbandes.“

BR Volleys starten an einem Dienstagabend in die neue Saison

Der Sportfunktionär rechnet mit 1000 Zuschauern weniger in der Max-Schmeling-Halle. Und das nur, weil das Spiel nicht – wie erhofft – am Sonntagabend stattfindet, sondern an einem Dienstag. Seinen Frust kann Niroomand nicht verbergen: „Die Terminierung ist das beste Beispiel dafür, warum Volleyball nicht wächst, wie wir uns das wünschen.“

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„Der Weltverband ist an Arroganz kaum zu überbieten – und in meinen Augen auch an Unfähigkeit“, kritisiert der Manager und legt nach: „Sie begreifen einfach nicht, dass man Volleyball nicht wachsen lassen kann, wenn die Ligen nicht gestärkt werden.“

Kaweh Niroomand mit deutlicher Kritik am Weltverband

14 Tage Pause zwischen dem letzten Einsatz der Nationalmannschaften und dem Start der nationalen Ligen sind vorgeschrieben – zum Schutz der Spieler vor körperlicher Überlastung.

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Die Weltmeisterschaft endete am 28. September. Niroomand hätte den 19. Oktober, einen Sonntag, als idealen Saisonauftakt gesehen. Drei Wochen Zeit, die nach Regelwerk zur Regeneration ausgereicht hätten. „Dieses Jahr heißt es plötzlich: Ja, das steht zwar so in den Regularien, aber im Kalender steht eine andere Zahl“, poltert Niroomand.

Niroomand: „Liegen weit vor anderen Sportarten“

Pures Unverständnis, anders lässt sich die Haltung des 72-Jährigen kaum beschreiben. „Wenn das Geschäft vor Ort nicht funktioniert, verliert man an Substanz“, so Niroomand, der mit einem Fingerzeig in Richtung des Weltverbandes seine Kritik verstärkt. Die Berliner fühlen sich vom Verband ausmanövriert.

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Der beste Weg, den Sport zu fördern, wäre laut Niroomand, die Ligen intensiver zu unterstützen und „mehr ins lokale Geschäft zu investieren.“ Schließlich sei Volleyball gemessen an Verbänden eine gewaltige Sportart: „Wir stehen nicht weit hinter dem Fußball und liegen weit vor anderen Sportarten wie Basketball, Handball oder Eishockey“, erklärt der Berliner Geschäftsführer.

Keine einheitliche Kraft durch Zersplitterung

222 nationale Verbände zählen zum FIVB – und da beginnt für Niroomand das Grundproblem: „Wir sind fragmentiert.“ Die Zersplitterung verhindere, dass einheitliche Kraft entstehen könne. Die Verantwortung einer Zusammenführung würde beim Weltverband liegen, der dieser aber nicht nachkommt.

Zurück bleibt Enttäuschung über die Terminierung. Ein Sonntagsspiel wäre für Niroomand ein „echtes Highlight“ zwischen den beiden erfolgreichsten Mannschaften des deutschen Volleyballsports gewesen.