Volleyball

BR Volleys fehlt nur noch ein Sieg zum neunten Titel

Der VfB Friedrichshafen muss sich auch in Berlin 2:3 geschlagen geben. Die Volleys führen in der Final-Serie 2:0.

Die BR Volleys sind nach ihrem zweiten Sieg obenauf

Die BR Volleys sind nach ihrem zweiten Sieg obenauf

Foto: Gregor Fischer / dpa

Berlin.  Kyle Russell und Aleksandar Okolic hechteten über den Boden der Max-Schmeling-Halle. Die beiden 2,05 Meter großen Angreifer der BR Volleys waren plötzlich zu Abwehrspezialisten mutiert. In der Finalrunde um die deutsche Volleyball-Meisterschaft zeigten die BR Volleys mal wieder Qualitäten, die im bisherigen Saisonverlauf verborgen geblieben waren, und gewannen nach großem Kampf am Sonntagnachmittag auch das zweite Spiel gegen den VfB Friedrichshafen mit 3:2 (19:25, 29:27, 25:20, 17:25, 15:11).

Vor wenigen Wochen hätte noch kaum jemand damit gerechnet, dass die Berliner in der Lage wären, den VfB wenigstens einmal zu besiegen. Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand haderte immer mal wieder mit den Defensivqualitäten seiner doch recht groß geratenen Mannschaft. Jetzt war er zufrieden. „Vielleicht habe ich doch die richtigen Leute geholt, die jetzt unter Stelian Moculescu ihr wahres Gesicht zeigen“, sagte er.

Kyle Russell überzeugt erneut

Analog zum Donnerstag begann Trainer Moculescu mit Paul Carroll als Hauptangreifer. Der Australier konnte aber wie schon am Donnerstag nicht überzeugen. Der VfB hat die Lieblingsschläge von ihm und Kapitän Robert Kromm über die vergangenen Jahre derart verinnerlicht, dass Moculescu beide Spieler im ersten Satz herausnehmen musste. Neben Steven Marshall brachte Moculescu erneut Kyle Russell, und der US-Amerikaner peitschte das Team wie im ersten Spiel mit viel Energie nach vorn. Vor 7.552 Zuschauern, die sich am Sonntagnachmittag trotz Sonnenscheins und 25 Grad Celsius in der Schmeling-Halle eingefunden hatten, lieferten sich beide Teams einen Schlagabtausch auf höchsten Niveau. „Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung – inklusive der Zuschauer“, lobte Niroomand.

Grund, in Freudentaumel zu verfallen, sah er aber nicht: „Im Play-off darfst du erst in Euphorie ausbrechen, wenn du den Pokal in den Händen hältst“, sagte er. Die erste Chance, den neunten Meistertitel in die Hauptstadt zu holen, haben die Berliner am Mittwoch in Friedrichshafen (20 Uhr, Livestream auf sportdeutschland.tv). „Es ist noch alles offen“, warnte auch Moculescu. Allerdings sieht es so aus, als habe der 67-Jährige endlich ein Gegenmittel gegen den unliebsamen Rivalen gefunden. „Wir haben das versucht, im Rahmen unserer Möglichkeiten“, sagte er mit einem Schmunzeln. „Das ist nicht anders als bei einer Grippe.“

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