Am Ende flehte Vital Heynen fast. „Schaut nicht mehr auf die Punkte. Spielt einfach wieder unseren Volleyball, mehr will ich gar nicht, bitte.“ Der Blick auf die Anzeigetafel war am Donnerstagabend nicht sonderlich erhebend für den Trainer des VfB Friedrichshafen: 1:3 (25:22, 21:25, 22:25, 19:25 ) unterlag der amtierende Pokalsieger im ersten Spiel der Finalserie um die deutsche Meisterschaft den Berlin Recycling Volleys.

Tatsächlich war der in der Bundesliga bis dato unbesiegte VfB Friedrichshafen nicht wiederzuerkennen. Die bislang makellose Annahme schossen die Berliner mit druckvollen Aufschlägen auseinander, acht Asse sprangen gar heraus. Viel beeindruckender war allerdings die eigene Annahme, die noch vor wenigen Wochen das große Problemkind gewesen war: Null Fehler leistete sich der Titelverteidiger nun, wobei besonders Adam White hervorstach, der 56 der insgesamt 74 Annahmen im Alleingang erledigte.

„Adam war mit Abstand der überragende Mann auf unserer Seite“, lobte Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand. Heynen glaubte bis dahin, den Australier als Schwachstelle ausgemacht zu haben, und ließ nicht von seiner Taktik ab, alle Aufschläge in seine Richtung zu platzieren. Einfallslosigkeit ist eher untypisch für den Belgier, der mit dem VfB in dieser Saison eine Siegesserie von über 30 Partien feiern durfte. Die BR Volleys haben ihn nun überrascht. „Berlin hat das sehr gut gemacht. Kompliment“, sagte Heynen. „Jetzt ist das erste Spiel weg und es ist noch mehr Spannung drin.“

Nachdem der VfB als Hauptrundensieger sein Heimrecht nicht nutzen konnte, haben die BR Volleys nun die Chance, vor den eigenen Fans den zweiten Sieg zu holen (Sonntag, 15 Uhr/Max-Schmeling-Halle). Wer als Erster drei Spiele gewinnt, ist der neue deutsche Volleyball-Meister.

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