Gefühlsmäßig ging es hin und her bei Nils Frommhold. Geschwommen, geradelt und gelaufen ist er ziemlich gut bei der Ironman Asien-Pazifik-Meisterschaft in Melbourne. Bis zwölf Kilometer von dem Ziel lag der Berliner Triathlet in Australien vorn, hatte zwischendurch sogar elf Minuten Vorsprung. „Nicht cool“, fand er deshalb den fünften Rang in der Endabrechnung, wie er twitterte. Doch allein Enttäuschung verspürte er auch wieder nicht. „Irgendwie bin ich auch stolz über die Performance, die ich abgeliefert habe“, sagte Frommhold. Die direkte Qualifikation für den Saisonhöhepunkt, den Ironman Hawaii, gab es am Wochenende im ersten Saisonrennen obendrein für den 28-jährigen Ausdauersportler.

Beim zurückliegenden Hawaii-Rennen im Oktober krönte er seine bislang erfolgreichste Wettkampfserie als Langstreckler, wurde bei seiner ersten Teilnahme Sechster. Nun ist er wieder gut in Schuss, vor allem das 3,8 Kilometer lange Schwimmen und das 180 Kilometer lange Radfahren liefen toll, Frommhold lag lange auf Rekordkurs für die Strecke. Beim Marathon aber kamen die Probleme, er hat „extrem gelitten, mein Magen hat rebelliert. Ich denke, dass ich einfach zu früh versucht habe, dem Rennen meinen Stempel aufzudrücken und bin dabei zu hart gegangen“. Über acht Minuten nach Sieger Jeffrey Symonds (Kanada) kam Frommhold schließlich ins Ziel.

Der Weg zu den Spitzenleistungen war für den Berliner diesmal eine neue Erfahrung, weil er länger war als sonst. Nach Hawaii legte Frommhold eine Pause ein, um sich von der Saison zu erholen. Drei Wochen genügen da an sich, doch als er im November wieder einstieg, fehlte der richtige Antrieb. Jeden Tag musste sich der Berliner, der in Freiburg lebt, ein paar Mal überwinden, um überhaupt halbwegs ordentlich zu trainieren. Dass er damit nicht weit kommt, zeigte ihm Anfang Dezember ein Ironman 70.3 über die halbe Distanz. Der Abstand auf die Spitze war riesengroß, Frommhold fühlte sich wie ein Verlierer.

Nur die Fleißigsten gewinnen

Um diese Erfahrung reicher kehrte die Motivation zurück. Triathlon, das führte ihm das Rennen in Bahrain deutlich vor Augen, ist ein kompromissloser, grundehrlicher Sport. „Ehrlich, weil am Ende meist auch die Fleißigsten gewinnen“, resümierte er. Mit drei Trainingslagern in Mallorca, Thailand und Fuerteventura, in denen es „teilweise arg an die Grenzen ging“, brachte sich Frommhold wieder auf das nötige Niveau. Das fühlte sich gut an, was ihn in Melbourne vielleicht verleitete, ein bisschen zu viel zu riskieren. Zumindest aber, das weiß er nun, stimmt die Richtung für Hawaii. Und dort will er nach dem Eingewöhnungsrennen bei der Premiere im vergangenen Jahr diesmal mehr erreichen.

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