Wasserball

Das Ziel der Wasserfreunde - Bloß nicht überrollt werden

Die Wasserballer von Spandau 04 starten gegen Dubrovnik in die Champions League. Die Berliner sind auch gegen die anderen vier Kontrahenten in der Königsklasse krasse Außenseiter.

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Als Mateo Cuk vier Jahre alt war, lernte er schwimmen. Das war noch nicht außergewöhnlich und hatte auch nichts damit zu tun, dass der Junge in Kroatien geboren wurde. Dass er nur ein Jahr später mit dem Wasserballspielen begann, schon eher. „Jeder dort liebt Wasserball“, schwärmt der junge Mann aus Zagreb, „es ist dort Topsport – nicht so wie in Deutschland.“ Das kleine Land an der Adria wurde 2007 Weltmeister und 2012 in London sogar Olympiasieger. Cuk selbst wurde 2009 mit der U19 seines Heimatlandes Europameister. Aber in der A-Nationalmannschaft, sagt der heute 23-Jährige, bei der großen Konkurrenz „für mich kein Platz“. Also verließ er seine Heimat, um bei den Wasserfreunden Spandau sein Wasserball-Glück zu finden.

Cuk und die Wasserfreunde haben es in der Champions League an diesem Sonnabend (18 Uhr, Schwimmhalle Schöneberg) zum Auftakt mit Jug Dubrovnik zu tun. In der Sechsergruppe, aus der sich die besten drei Teams für das Final Six in Barcelona qualifizieren, sind außerdem Szolnoki VSC (Ungarn), Partizan Belgrad, Galatasaray Istanbul sowie Kroatiens Meister Primorje Rijeka Konkurrenten. Gegen jede dieser Mannschaften ist Spandau, was Etat und Besetzung angeht, Außenseiter, gegen den 34-maligen Champion der Heimat Cuks, der auch dreimal Europas Königsklasse gewann, ganz besonders.

Kein fröhlicher Badetag

Von einer „Weltauswahl“ spricht Spandaus Präsident Hagen Stamm. Sechs Weltmeister von 2007 und sieben Olympiasieger von 2012 stammen aus den Reihen Jugs. Dazu hat Dubrovnik Stars aus Montenegro, Australien und Kanada verpflichtet. Ein Beispiel für die Überlegenheit Dubrovniks: Cuk ist als Center mit seinen 1,96 Meter Größe und 105 Kilogramm Gewicht ein richtiger Bär. Sein direkter Gegenspieler Andro Buslje, eine kroatische Wasserball-Legende von erst 28 Jahren, Olympiasieger, Welt- und Europameister, ist über zwei Meter groß und noch einmal zehn Kilo schwerer als Cuk. Das klingt nicht nach einem fröhlichen Badetag für den 23-Jährigen.

Was also muss passieren, damit Spandau diese Übermannschaft besiegt? „Vielleicht, wenn Jug einen schlechten Tag erwischt“, hofft Cuk, „und wenn wir sehr gut spielen, ist alles möglich.“ Stamm glaubt: „Das sind auch nur Menschen, aber wenn die erst mal im Strahl sind, dann überrollen sie uns.“ Soll heißen, wenn die Gäste früh in Führung gehen und Sicherheit finden, wird es umso schwerer für die Wasserfreunde, sie in ihrem Element aufzuhalten. Cuk setzt außerdem auf die Unterstützung der Berliner Fans, die gerade zu den internationalen Spielen gern in die Schwimmhalle Schöneberg kommen.

Ganz unter sich werden sie dort freilich nicht sein. Denn ein kroatischer Sponsor hat für den Trip nach Berlin eine Chartermaschine gemietet; für die Reise haben sich 120 Jug-Fans angemeldet. Auch das hat sehr wohl mit Kroatien zu tun.