Volleyball ist kein Sport für kleine Menschen. Doch selbst unter den Riesen am Netz sticht Lauren Barfield hervor. Die Amerikanerin vom Köpenicker SC misst 1,96 Meter und ist damit die längste Spielerin in der Bundesliga-Geschichte des Vereins. Für das Teamfoto musste sie sich hinknien, „damit die anderen neben ihr nicht wie Zwerge wirken“, erzählt Mitspielerin Pia Riedel. Sie ist 1,78 Meter klein.

Schon immer Blockerin

Schon einmal hat der Köpenicker SC gute Erfahrungen mit einer hochgeschossenen Mittelblockerin aus Nordamerika gemacht. Rebecca Pavan aus Kanada, 1,92 Meter groß, zählte in der Saison 2012/13 zu den besten Bundesligaspielerinnen auf ihrer Position. Mittlerweile hat sie den Verein verlassen. Barfield, die mit ihrer Mannschaft an diesem Sonnabend den SC Potsdam zum Berlin-Brandenburg-Derby empfängt (18 Uhr, Sporthalle Hämmerlingstraße), soll in ihre Fußstapfen treten. Auch sie hat ihre Qualitäten zuallererst in der Defensive: Mit einer Sprunghöhe von 3,20 Metern wird sie am Netz zum Bollwerk. „Meine Hauptaufgabe ist das Blocken, das war immer so“, sagt die 24-Jährige. Es verwundert kaum, schließlich maß die Amerikanerin schon mit 14 Jahren stattliche 1,94 Meter. Als Jugendliche war sie ein schlaksiges Mädchen, bei dem die Athletik nicht immer mit der Körpergröße mithalten konnte.

Dieses Problem ist gelöst – andere bleiben bestehen. Zum Beispiel beim Einkaufen: Mit ihren fast zwei Metern findet Lauren Barfield kaum passende Kleidung. In ihrem Schrank hängen nur zwei gute Hosen, sie trägt Männerjacken, weil die besser sitzen. „Ich kenne es nicht anders, ich war ja nie klein“, sagt sie lächelnd. Im Beziehungsleben spiele die Größe keine Rolle: „Wenn ich mir die Männer nur nach der Körpergröße aussuchen würde, dann hätte ich wahrscheinlich nie einen Mann!“

In Berlin kommt sie sich trotzdem klein vor

Berlin ist nach ASKÖ Linz aus Österreich und dem polnischen Erstligisten LTSL Legionowo die dritte Auslandsstation der Amerikanerin. „Sie ist kein Frischling mehr, sondern eine Spielerin mit Führungsqualitäten“, sagt KSC-Trainer Benedikt Frank. „Trotz ihrer Größe kann sie sich so gut bewegen wie jede andere.“ Mit Erica Wilson und Kindra Carlson stehen weitere Spielerinnen aus dem Land des Weltmeisters in der Mannschaft, mit denen Barfield sich in Köpenick ein Apartment teilt.

Carlson kennt sie aus Collegezeiten, beide schmetterten zusammen an der University of Washington in Seattle. „Sie hatte schon vor mir einen Vertrag in Berlin unterschrieben und hat im Sommer so viel Positives erzählt, dass ich auch dorthin gewechselt bin“, erzählt Barfield. Das Erste, was ihr nach der Ankunft in der Stadt auffiel, war die Größe. „Wir sind 40 Minuten lang gefahren und waren immer noch in Berlin“, sagt sie. In diesem Moment fühlte sich sogar die Volleyball-Riesin einmal ganz klein.