Wasserball

Wasserfreunde gerüstet für Kampf gegen Favorit Brescia

Die Wasserfreunde Spandau haben bisher eine erfreuliche Saison erlebt, sind Bundesliga-Tabellenführer und Dritter der Champions League. Aber am Mittwoch wartet mit AN Brescia eine sehr schwere Aufgabe.

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Wenn Hagen Stamm von Wasserball in Italien spricht, gerät er ins Schwärmen. „Das ist die stärkste Liga Europas“, sagt der Präsident der Wasserfreunde Spandau. Begeistert berichtet er von der „Wundertruppe“ des Champions Pro Recco Genua, der über vier Millionen Euro Saisonetat verfügt, was bedeutet: über rund zehnmal so viel wie der deutsche Rekordmeister.

Regelmäßig berichtet der TV-Sender Rai über die Serie A, die trotz starker Konkurrenz vom Fußball, Basketball und Volleyball hohe Popularität genießt. „Da sind wir in jedem Fall Außenseiter“, schiebt er hinterher und meint das Spiel seiner Spandauer in der Champions League an diesem Mittwoch (19 Uhr) gegen AN Brescia.

Das sind die Berliner in der Tat, denn das Team aus dem reichen italienischen Norden ist in der Heimat die Überraschung der Saison. Brescia ist national wie international noch ungeschlagen, selbst Genua erlebte beim 9:11 im Punktspiel diesmal ein blaues Wunder. Fünf Spieler Brescias waren kürzlich in Berlin dabei, als Italien in der Weltliga Deutschland 12:7 besiegte; fünf Treffer erzielte Francesco di Fulvio. Neben diesem Star haben die Lombarden noch den Spanier Guillermo Molina Rios in ihren Reihen, einen weiteren gefährlichen Torschützen, der 2001 als 17-Jähriger Weltmeister wurde und 2008 von Italiens Journalisten zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt wurde. Sein Hauptargument: 103 Treffer in einer Saison.

Fünf Testspiele gegen Neapel als Einstimmung

Aber Bangemachen gilt nicht, sagt Stamm, lieber wurde versucht, sich optimal vorzubereiten. Deshalb war das Team von Canottieri Neapel zum Trainingsbesuch in Berlin, fünf Testspiele haben die Spandauer gegen den Siebten der Serie A bestritten. „Das war unsere Einstimmung“, sagt der Spandauer Präsident, der aber nicht nur deshalb ohne Angst der Partie gegen Brescia entgegensieht: „Wenn alle 100 Prozent erreichen, ist ein Punktgewinn für uns drin.“

So schlecht ist die Saison nämlich für die Wasserfreunde bisher auch nicht gelaufen: Erst einmal haben sie verloren, sind in der Bundesliga mit vier Punkten Vorsprung Tabellenführer und in der Champions League als -dritter ebenfalls überraschend gut im Rennen. „Es wäre toll, bis zum Mai noch alle Eisen im Feuer zu haben“, wünscht sich Stamm. Dann findet das Final Six der Champions League in Barcelona statt. Wenn die Spandauer das erreichen, hätte er einen neuen Grund zum Schwärmen.