Fußball

Regionalligist Berliner AK träumt von neuen Höhenflügen

Fußball-Deutschland lachte und feierte den Berliner AK, als der im DFB-Pokal 2012/13 Hoffenheim ausschaltete. Jetzt startet der runderneuerte Regionalligist mit ganz anderen Zielen in die neue Saison.

Foto: Marc Tirl / PA/dpa

Bundesweit bekannt wurde der Berliner AK als „Hoffenheim-Schreck“. Vor knapp einem Jahr warf der Regionalligist den Bundesligisten TSG Hoffenheim in der ersten Runde mit 4:0 aus dem DFB-Pokal.

Plötzlich kannte jeder den BAK – und Metin Cakmak. Der Stürmer erzielte gegen Tim Wiese im Hoffenheimer Tor zwei Treffer und durfte später im Sportstudio einem Millionenpublikum davon berichten. Für Wiese war das Debakel der Beginn seinen sportlichen Absturzes.

Der Trubel von damals hat sich längst gelegt. Wenn am Wochenende erneut die erste Runde des DFB-Pokals ausgespielt wird, ist der BAK nur Zuschauer. Der Klub konnte sich nicht erneut für den Wettbewerb qualifizieren, im Achtelfinale des Berliner Landespokals scheiterte die Mannschaft am FC Viktoria 1889.

Cakmak, der Pokalheld gegen Hoffenheim, hat den Verein verlassen. Er strebt ein Engagement bei einem Profiklub in der Türkei an und lässt einen Klub zurück, der im Umbruch steckt. Denn nicht nur sein prominenteste Spieler hat den Berliner AK verlassen, sondern auch Trainer Jens Härtel, der nun das U19-Team von RB Leipzig betreut. Zudem hat auch Manager Erdogan Dogan dem Verein den Rücken zugekehrt.

Steckt ein Bundesligist im Umbruch, wird die Messlatte gern niedriger angesetzt. Beim BAK ist das anders. Das beweisen nicht zuletzt die ambitionierten Transfers, die bisher getätigt wurden: Emre Turan vom Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig wurde unter Vertrag genommen. Zudem kam Lennart Hartmann vom Drittligaabsteiger Babelsberg 03, der einst als 17-Jähriger für Hertha BSC in der Bundesliga debütierte. Darüber hinaus wurden Bilal Cubucu und Urgutan Cepni verpflichtet. Beide sind in Berlin geboren und spielten zuletzt in der ersten türkischen Liga. Als Torwart konnte Marcel Höttecke vom 1. FC Union gewonnen werden.

Die Mannschaft hat an Qualität eher gewonnen

„Wir haben die Mannschaft mit sehr guten Einzelspielern ausgestattet und so an Qualität gewonnen“, sagt Trainer Engin Yanova, der aus der zweiten Mannschaft des 1. FC Union zum BAK kam. Für die neue Saison will der 46-Jährige kein Ziel ausgeben, im Verein aber rechnet man sich Chancen auf den Aufstieg in Liga Drei aus. Auch Ex-Herthaner Hartmann lobt die individuelle Qualität: „Wenn wir es schaffen, ein Team zu bilden, haben wir eine sehr, sehr gute Voraussetzung, um in der Regionalliga Nordost eine große Rolle zu spielen.“

Nicht nur sportlich, auch als Marke will sich der Verein weiterentwickeln, um in Zukunft mehr Zuschauer anzulocken. Unter den Mottos „Wir sind Berlin“ und „Vielfalt ist unsere Stärke“ wurde eine neue Marketingkampagne gestartet. Dafür werden Gesichter der ersten Mannschaft an unbekannten Ecken fotografiert, was für die Vielfalt der Mannschaft steht. Die Spieler kommen aus den verschiedensten Teilen Berlins und sehen sich alle als „Berliner Jungs“, egal, welcher Nationalität sie angehören.

Marketingkampagne soll Bekanntheit steigern

„In diesem Verein steckt sehr viel Potenzial, besonders wenn man sich richtig positioniert und die richtige Zielgruppe anspricht. Darauf sollte sich der Verein konzentrieren“, sagt Yanova. Bisher hat der AK alle Testspiele gewonnen und ist bereit, am kommenden Sonnabend beim FC Viktoria 1889 (13:30 Uhr/ Stadion Lichterfelde) anzutreten.