Zunächst einmal musste der Anstoß verschoben werden. Draußen standen einfach zu viele Leute, die das Pokalfinale des Berliner Fußball-Verbandes sehen wollten. Bis zur Eberswalder Straße staute sich die Schlange vor dem Kassenhäuschen des Jahn-Sportparks. Die meisten dürften es noch pünktlich geschafft haben, 15 Minuten später als geplant ging es los im Duell der Oberligisten zwischen dem BFC Dynamo und dem SV Lichtenberg 47. Es war eine Partie, die gemächlich anfing, am Ende ein richtiger Pokalfight wurde und mit dem BFC einen glücklichen Sieger fand. Mit 1:0 (1:0) setzte sich Dynamo durch. „Die Freude ist riesengroß“, sagte Trainer Volkan Uluc.
Offenbar hatten sich viele Leute wirklich darauf gefreut, ihren Verein in einem so wichtigen Spiel zu erleben. Im Falle der Lichtenberger war es ja sogar die erste Teilnahme am Pokalfinale - und der größte Erfolg seit der Wende. Dafür gab es von den Fans sogar eine Choreografie mit zu Trikots umfunktionierten Plastiktüten. Beim BFC steigt das Interesse ohnehin stark, je größer die Bühne ist. Was dann zu der stattlichen Zuschauerzahl von 6381 führte und die Erwartungen übertraf.
Viel Freude hatten die Lichtenberger Anhänger aber lange nicht an ihrer Mannschaft. Einen klaren Favoriten gab es zwar nicht, in der Oberliga endete die Saison für 47 mit Platz sieben, für den BFC mit Rang drei. Doch der Unterschied wirkte größer, Lichtenberg trat zunächst ängstlich auf. Was auch dem frühen Treffer für den BFC durch Kevin Gutsche geschuldet war. Christian Preiss lief auf der rechten Seite frei durch und flankte den Ball in den Strafraum, wo Gutsche dann das 1:0 erzielte (5.).
BFC will das Ergebnis zu früh verwalten
Auf dem Vorsprung ruhte sich der BFC aus, musste aber auch nicht viel tun, da Lichtenberg so gut wie gar nicht gefährlich vor das Dynamo-Tor kam. „Wir wollten das Spiel verwalten, aber das geht nicht“, so Uluc. Zwar inszenierte sich der BFC in der Offensive geschickter, forderte Torhüter Danny Kempter allerdings auch nicht übermäßig heraus, so dass der Spaßfaktor des Spiels vorläufig gering blieb.
Lebhafter ging es dafür mit dem Beginn der zweiten Halbzeit zu. Die Lichtenberger trauten sich mehr und setzten den Gegner auch mal unter Druck. Das brachte Dynamo in Schwierigkeiten, was zu einer insgesamt recht rustikalen Art auf dem Platz führte. Hier standen sich allerdings beide in nichts nach. Dafür geriet der BFC immer mehr ins Hintertreffen, je länger das Spiel dauerte.
Pfosten verhindert den Ausgleich
Bei einem der wenigen Entlastungsangriffe verpasste es Tobias Scharlau, die Partie mit dem zweiten Treffer zu entscheiden (79.). Dass rächte sich fast, als plötzlich ein Angriff nach dem anderen auf den BFC niederprasselte. Moussa Doumbia und Sebastian Reiniger (84.) konnten eine Doppelchance nicht nutzen, nur der Pfosten stand noch im Weg. „Wenn man so knapp dran ist, ist es noch bitterer“, sagte Lichtenbergs Kapitän Uwe Lehmann.
Für den BFC war es der dritte Erfolg im Berliner Pokal, und er bringt Dynamo in die erste Runde des DFB-Pokals. Die findet vom 2. bis zum 5. August statt, ausgelost wird der Gegner schon am Sonnabend in der ARD-Sportschau. Im Vereinsheim des BFC wird man gespannt verfolgen, ob vielleicht einer der ganz Großen nach Berlin kommt.





