Istaf

Diskusstar Robert Harting wirft wieder in seinem Wohnzimmer

25.000 Tickets für das Internationale Stadionfest der Leichtathleten sind bereits verkauft, obwohl es erst am 1. September stattfindet. Star der Veranstaltung wird Diskuswerfer Robert Harting sein.

Foto: Alexander Hassenstein / Getty

Robert Harting ist inzwischen ein Idol, dem schon kleine Jungs nacheifern. Der Diskus-Olympiasieger muss selbst lachen, wenn er davon erzählt, dass er im Sportforum, seiner Trainingsstätte, schon einige Kinder beobachtet hat, wenn sie mit einem kleinen Diskus trainieren. Sie tun das ganz Harting-like. „Die schleudern das Ding weg und schreien dem Diskus dann noch hinterher“, hat das große Vorbild erlebt.

Und, kaum zu glauben: „Da versucht schon mal einer, sein Trikot zu zerreißen…“ So wie es der Goldmedaillengewinner der Olympischen Spiele in London 2012, der Weltmeister von 2009 und 2011 sowie Europameister von 2012 nach seinen großen Siegen zu tun pflegt.

Viele junge Besucher werden sicherlich am 1. September im Berliner Olympiastadion dabei sein, wenn Harting „in meinem Wohnzimmer“, wie er es nennt, beim Istaf am Start sein wird. Es ist die 72. Auflage des Internationalen Stadionsportfestes, das sich in den vergangenen Jahren wieder zu einem absoluten Zuschauermagneten entwickelt hat. Den Status des weltweit besucherstärksten Eintages-Meetings der Leichtathleten hat sich das Treffen von Läufern, Springern und Stoßern der Weltklasse inzwischen erarbeitet.

Ziel sind 60.000 Zuschauer

55.000 Besucher kamen 2012. „Das wollen wir gern toppen“, sagt Martin Seeber, der Geschäftsführer des Vermarkters Top Sportevents GmbH. „Mein Ziel sind 60.000.“ Wobei erstaunlich ist, dass zum jetzigen Zeitpunkt bereits 25.000 Tickets verkauft wurden. Denn noch steht überhaupt nicht fest, welche deutschen und internationalen Spitzenathleten beim Istaf dabei sein werden.

Bis auf den gesetzten Robert Harting, den Diskusstar vom SC Charlottenburg, den die Sportjournalisten 2012 zum „Sportler des Jahres“ im Land gewählt hatten. Die Jury der Berliner Morgenpost kürte ihn nicht nur wegen seiner überragenden sportlichen Erfolge, sondern auch wegen seines Auftretens zum „Berliner des Jahres“.

Wer neben dem 28-Jährigen am Start sein wird, entscheidet sich zum Großteil erst nach den Weltmeisterschaften in Moskau (10. bis 18. August), bei denen Harting natürlich seinen Titel verteidigen will. Seit 1014 Tagen und 34 Wettkämpfen ist er unbesiegt.

Olympiasieger tritt gegen Paralympicssieger an

„Wir werden unsere Mischung beibehalten“, verspricht Meeting-Direktor Gerhard Janetzky. „Siegreichen deutschen Athleten wollen wir internationale Weltmeister an die Seite stellen.“ Wobei eines vollkommen ausgeschlossen ist: „Usain Bolt wird nicht an den Start gehen“, sagt Janetzky. Der Sprint-Superstar aus Jamaika ist für das Istaf (Etat 1,8 Millionen Euro) nicht zu finanzieren. „Die Leichtathletik ist mehr als Bolt. Wenn man einen solchen Superstar verpflichtet, bleibt wenig für andere übrig.“ Da wird das Geld lieber anderweitig eingesetzt.

Es geht den Veranstaltern aber auch darum, bei diesem Familienfest der Leichtathletik „nicht nur etwas zu nehmen, sondern auch etwas zu geben“, so Janetzky. Erstmals bei einem Meeting dieser Größe und Qualität wird in einem Wettkampf ein Olympiasieger (nämlich Harting) gegen einen Sieger bei den Paralympics, Sebastian Dietz, antreten. Janetzky: „Das Istaf will auch Plattform für das Thema Inklusion sein.“

Harting findet das „eine tolle Sache“. Wie auch, dass das Istaf mit einem neuen Charity-Partner zusammenarbeiten wird, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Die Bevölkerung soll dadurch noch mehr für das Thema Blutkrebs und Stammzellenspende sensibilisiert werden. Am Mittwoch ließ sich Robert Harting typisieren, es wurde eine Speichelprobe mit Wattestäbchen entnommen, nun gehört auch er zu den 3,7 Millionen registrierten Spendern.