Zweite Liga

Ex-Hertha-Trainer Falko Götz soll Erzgebirge Aue retten

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Trainer Falko Götz ist zurück und soll Erzgebirge Aue vor dem Abstieg in die Drittklassigkeit bewahren. Bei seinem Debüt trifft er am kommenden Freitag auf seinen Ex-Klub Hertha BSC.

Der Ex-Hertha-Trainer Falko Götz ist neuer Coach des abstiegsbedrohten Zweitligaklubs Erzgebirge Aue. Die Sachsen präsentierten den 51-Jährigen am Montag als Nachfolger des entlassenen Karsten Baumann.

Sein Debüt für den Tabellenfünfzehnten gibt Götz schon am Freitagabend ausgerechnet bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Hertha BSC (18 Uhr, Olympiastadion).

Mit den Berlinern war der ehemalige DDR-Nationalspieler 1997 als Profi in die Bundesliga aufgestiegen. Danach arbeitete er zunächst im Amateur- und Jugendbereich der Blau-Weißen (1997-2002), um das Profiteam 2002 als Interimstrainer zu leiten und von 2004-07 als Herthas fester Cheftrainer zu arbeiten. Nach einem Jahr bei Holstein Kiel übernahm der gebürtige Sachse zuletzt die Nationalmannschaft von Vietnam (2011-12).

Götz, der einen Vertrag bis 2015 unterzeichnet hat, soll Aue (nur drei Punkte Vorsprung auf Platz 16) vor dem Abstieg retten. Die Partie gegen Hertha sei für ihn „eine besondere Partie“. Noch vor zwei Wochen hatte Götz seinen kommenden Gegner Jos Luhukay bei einem U23-Spiel der Herthaner in Berlin getroffen. Zu Götz sagte Luhukay: „Ich wünsche Falko viel Erfolg. Aber erst nach Freitagabend.“

Seine Rückkehr auf die Trainerbank begann für Falko Götz mit einer kurzen Nacht. „Das kam für mich alles überraschend. Ich habe wenig geschlafen und viele DVDs geschaut“, sagte der neue Trainer des abstiegsbedrohten Fußball-Zweitligisten Erzgebirge Aue bei seiner Vorstellung. Viel Zeit zur Vorbereitung hat er also nicht. Bereits am Freitag steht das erste von drei Abstiegs-„Endspielen“ an - und das ausgerechnet bei seinem Ex-Klub aus Berlin.

Trainerduo wird Lebensmittelpunkt ins Erzgebirge verlegen

„Das ist natürlich ein besonderes Spiel. Ich habe schon viele SMS bekommen. Da blüht natürlich der Flachs“, sagte Götz. „Es ist eine reizvolle, aber keine einfache Aufgabe. Die Grundeinstellung der Mannschaft gefällt mir.“

Drei Punkte beträgt der Abstand auf den Relegationsrang - nun sollen es Götz, gebürtiger Sachse, und der aus dem Erzgebirge stammende Co-Trainer Mirko Reichel (ehemaliger Aue-Akteur ) richten. Beide einigten sich mit dem Verein auf Verträge bis Juni 2015, die für die 2. Liga gelten.

„Wir haben jetzt ein Trainerteam, das für und in der Region lebt“, sagte Präsident Lothar Lässig mit einem Seitenhieb auf Baumann, der auch ein Jahr nach seinem Amtsantritt in Aue noch im Hotel gewohnt hatte. Das neue Trainerduo wird den Lebensmittelpunkt ins Erzgebirge verlegen.

Der in Stollberg geborene Reichel, zuletzt als Co-Trainer von Mike Büskens bei der SpVgg Greuther Fürth tätig, besitzt dort ohnehin ein Haus. „So, wie sich der Verein in den letzten Wochen präsentiert hat, weiß jeder, worum es geht. Wir haben es selbst in der Hand“, sagte auch Götz, der zuletzt auf Honorarbasis als Spielerbeobachter für verschiedene Vereine tätig gewesen war.

Warum Trainer Baumann gehen musste

Doch auch mit Aue verbindet Götz Erinnerungen. „Seit 35 Jahren schlage ich mich mit dem Verein herum“, scherzte der Trainer und erinnerte damit an seine Zeit als Spieler beim DDR-Rekordmeister BFC Dynamo.

Unterdessen relativierte Klubchef Lässig am Montag die Aussage, der Verein habe sich aus „rein sportlichen Gründen“ von Baumann getrennt. „Wenn der Trainer sagt, ihm sei 'scheißegal', was die Leute denken, muss ich als Präsident handeln“, sagte Lässig. Mit dieser eher ungeschickten Wortwahl hatte Baumann nach dem 0:0 gegen den MSV Duisburg auf Unmutsäußerungen der Fans reagiert.

Zudem habe es offene Irritationen wegen einer Vertragsverlängerung gegeben: Auf ein Angebot in der Winterpause habe Baumann nicht mehr reagiert. Die sportliche Bilanz des ehemaligen Bundesligaprofis war nicht die schlechteste. Vier Spiele war er ungeschlagen und holte dabei sechs Punkte. Auch der Abstand zu Dynamo Dresden auf dem Relegationsplatz war am vergangenen Spieltag auf drei Punkte angewachsen.

( sid/sei )