Doping-Vorwürfe

Das kostet Claudia-Pechsteins-Verfahren

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Durch Claudia Pechsteins Kampf gegen die an sie gerichteten Doping-Vorwürfe sind auch der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft erhebliche Kosten entstanden. 100.000 Euro hat der Verband für Gutachten und Anwälte ausgegeben. Steuermittel seien dafür aber nicht verwendet worden. Die Sportlerin selbst will bereits 250.000 Euro investiert haben.

Der Fall Claudia Pechstein kommt die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) teuer zu stehen. Präsident Gerd Heinze bestätigte in einem ARD-Interview, dass der Verband etwa 100.000 Euro für Verfahrenskosten in der „Causa Pechstein“ aufwenden musste, darunter auch Geld für medizinische Gutachten.

Das sei nötig gewesen, weil „wir als Verband von Anfang an mit auf der Anklagebank gesessen haben und als Dritt-Partei auch angegriffen worden sind“, begründete Heinze die Kosten-Beteiligung. „Wir mussten unsere Rechte im Sinne des Anti-Doping-Kampfes und der Aktiven wahrnehmen. Und kompetente Sportrechtler sind nicht zum Nulltarif zu haben.“

Dass dafür Steuermittel genutzt wurden, bestreitet Heinze. „Die Mittel wurden nicht aus dem Topf verwendet, den uns das Bundesinnenministerium zur Verfügung stellt. Wir haben neben dem geförderten Sport-Etat auch noch einen eigenen Haushalt“, sagte er. Diese Mittel stammten somit nicht vom Steuerzahler, sondern von Mitgliedern und Sponsoren. Die Entscheidung über den Einsatz der Mittel habe das DESG-Präsidium getroffen.

„Die vergangenen schweren Wochen konnte nur der durchstehen, der das auch finanzieren kann. Wir haben das alles getan, um die Grundrechte der Sportler zu sichern“, hatte Heinze am Wochenende am Rande der deutschen Meisterschaften in Berlin erklärt und hinzugefügt: „Es war eine überdurchschnittliche Belastung auch für mich. Ich habe nur zugezahlt, nichts verdient.“

Zuvor hatte Claudia Pechstein bestätigt, dass sie in dem Berufungsverfahren vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) rund 250.000 Euro für den Nachweis ihrer angeblichen Unschuld investiert hatte. Hingegen hatte die Bundespolizei, ihr Arbeitgeber, ein medizinisches Gutachten für die 37-Jährige finanziert. Prof. Christof Dame von der Berliner Charité hatte eine Studie vorgelegt, die Pechsteins überhöhte Retikulozyten-Werte durch eine Veränderung des EPO- und des EPO-Rezeptoren-Gens erklären könnte.

Dame legte Wert darauf, dass das Gutachten von der Bundespolizei und nicht von Pechstein in Auftrag gegeben wurde. Manager Ralf Grengel hatte dazu geäußert, dass Pechstein im Falle eines Freispruchs jeglichen Schaden beim Eislauf-Weltverband ISU geltend machen werde und dann auch der Steuerzahler dieses Geld zurückbekomme.

( dpa/hed )