Bald beginnt die Saison 2026/2027 der Bundesliga – vorher machen wir den Check und tippen auch die Abschlusstabelle. Wie immer ohne Gewähr. Im dritten Teil der Serie sagen wir die Plätze des Hamburger SV, des 1. FSV Mainz 05 und des SC Freiburg voraus.
- Teil 1 mit dem 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt und Union Berlin
- Teil 2 mit Bayern München, dem VfB Stuttgart und dem FC Augsburg
- Teil 3 mit Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen und RB Leipzig
| Unser Bundesliga-Tipp 2026/27 |
|---|
| 1. FC Bayern München |
| 2. ? |
| 3. ? |
| 4. VfB Stuttgart |
| 5. RB Leipzig |
| 6. SC Freiburg |
| 7. ? |
| 8. Eintracht Frankfurt |
| 9. 1. FSV Mainz 05 |
| 10. Hamburger SV |
| 11. FC Augsburg |
| 12. 1. FC Köln |
| 13. SV Werder Bremen |
| 14. Borussia Mönchengladbach |
| 15. ? |
| 16. ? |
| 17. 1. FC Union Berlin |
| 18. ? |
Hamburger SV
Die erste Saison zurück in der Bundesliga ist geschafft, nun beginnt für den Hamburger SV die schwierigere Übung: sich wieder dauerhaft dort einzurichten. Der HSV hat dafür erneut ordentlich am Kader geschraubt – und geht mit deutlich mehr Ambitionen in sein zweites Jahr.
Der Trainer
Merlin Polzin hat beim HSV längst eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Aus der zunächst als Übergang gedachten Lösung wurde der Aufstiegstrainer – und anschließend der Mann, mit dem die Hamburger auch ihre Rückkehr in die Bundesliga erfolgreich meisterten.
Nun geht Polzin in seine zweite Bundesligasaison und damit in eine neue Phase. Der Überraschungseffekt ist weg, die Ansprüche steigen. Nach dem Klassenerhalt soll die Mannschaft spielerisch den nächsten Schritt machen und sich möglichst aus den ganz heißen Regionen der Tabelle fernhalten.

Dabei besitzt Polzin einen Vorteil, den viele HSV-Trainer der vergangenen Jahre nicht hatten: Rückendeckung und Ruhe. Der 35-Jährige kennt den Verein, die Mechanismen und das emotional bisweilen komplizierte Umfeld bestens. Und er hat bewiesen, dass er schwierige Phasen moderieren kann, ohne sofort von seiner Idee abzurücken.
Trotzdem wird auch er nun anders bewertet. Ein zweiter Klassenerhalt wäre selbstverständlich ein Erfolg, doch der HSV möchte perspektivisch mehr sein als ein Verein, der jedes Jahr nur ums Überleben kämpft. Polzin muss deshalb zeigen, dass unter ihm nicht nur Stabilisierung, sondern echte Entwicklung möglich ist.
Der Kader
Langweilig war der Hamburger Transfersommer jedenfalls nicht. Gerade offensiv hat sich einiges verändert. Robert Glatzel wechselte zum VfL Wolfsburg, Ransford Königsdörffer zu Mainz 05. Zudem endeten unter anderem die Leihen von Damion Downs und Philip Otele. Damit ist reichlich Torgefahr der vergangenen Jahre weggebrochen.
Bundesliga-Check: Alle Folgen in der Übersicht
Auch interessant
Auch interessant
Auch interessant
Auch interessant
Auch interessant
Die prominenteste Antwort darauf heißt Patson Daka. Der 27 Jahre alte sambische Nationalstürmer kam ablösefrei von Leicester City und ist auf dem Papier ein echter Coup. Daka bringt Premier-League-Erfahrung, enormes Tempo und jene individuelle Qualität mit, die sich Klubs aus dem Bundesliga-Mittelfeld nur selten leisten können. Funktioniert er, kann er dem Hamburger Angriff eine neue Dimension verleihen.
Auch dahinter hat der HSV nachgelegt. Martin Adeline kam aus Troyes, Kofi Amoako aus Dresden und Bilal Nadir ablösefrei von Olympique Marseille. Der Ansatz ist klar: Der Kader soll jünger, dynamischer und entwicklungsfähiger werden, ohne dabei die Bundesliga-Tauglichkeit aus den Augen zu verlieren.

Allerdings musste Hamburg auch Qualität abgeben. Besonders Luka Vuskovic hinterließ nach dem Ende seiner Leihe eine Lücke in der Defensive. Der HSV wird deshalb beweisen müssen, dass die neue Mannschaft nicht nur offensiv interessanter, sondern insgesamt stabiler geworden ist.

Donnerstag
Eiszeit – der Eisbären-Newsletter
Jeden Donnerstag alles Wichtige von den Eisbären Berlin – Highlights, News und spannende Einblicke.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Genau darin liegen Chance und Risiko dieses Sommers. Hamburg hat nicht versucht, den Status quo zu konservieren, sondern den Kader bewusst verändert. Die individuelle Qualität ist vorhanden, nach zahlreichen Wechseln muss daraus aber erst wieder eine funktionierende Einheit entstehen. Dass die Generalprobe beim FC Toulouse mit 2:1 gewonnen wurde, dürfte Polzin zumindest mit einem guten Gefühl in die letzten Tage vor dem Start gehen lassen.
Die Perspektive
Das große Trauma der sieben Zweitliga-Jahre ist inzwischen ein Stück weiter entfernt. Der HSV muss nicht mehr darüber diskutieren, wann er endlich zurückkehrt. Nun geht es darum, sich wieder so selbstverständlich in der Bundesliga zu bewegen, wie es die Größe und die Möglichkeiten des Vereins eigentlich verlangen.
Das zweite Jahr nach einem Aufstieg gilt traditionell als schwierig. Trotzdem sollte man den HSV nicht kleinreden. Der Kader besitzt genügend Qualität, um einige Mannschaften klar hinter sich zu lassen. Daka kann zum Unterschiedsspieler werden, Polzin genießt Rückhalt und der Verein hat nach Jahren der Unruhe eine bemerkenswerte Stabilität entwickelt.
Für Europa ist Hamburg noch nicht weit genug. Eine Saison, in der der Blick deutlich häufiger nach oben als auf die Abstiegsplätze geht, ist dagegen absolut möglich.
Prognose
Der HSV ist noch kein Kandidat fürs internationale Geschäft, sollte mit diesem Kader aber auch nicht bis zum letzten Spieltag zittern müssen. Hamburg etabliert sich weiter und macht den nächsten Schritt Richtung Stabilisierung. Platz 10.
+++ Das sind unsere Tipps für die kommende Bundesliga-Saison. Aber was tippen Sie? Schätzen Sie die Klubs besser oder schlechter ein? Schreiben Sie es uns in die Kommentare +++
1. FSV Mainz 05
Der 1. FSV Mainz 05 will endlich eine Saison ohne Abstiegsorgen spielen. Das Hin und Her mit schwacher Hin- und überdurchschnittlicher Rückrunde soll der Vergangenheit angehören. Die nötigen Voraussetzungen sind da.
Der Trainer
Nachdem die Mannschaft unter dem einstigen Erfolgstrainer Bo Henriksen im Winter 2025 im Abstiegskampf steckte, übernahm Urs Fischer. Die Tugenden, mit denen er den 1. FC Union Berlin bis in die Champions League geführt hatte, sollten die Rheinhessen in der Bundesliga halten: defensive Kompaktheit, gepaart mit überfallartigen Kontern. Mainz spielte daraufhin, wie in den vergangenen Saisons immer mal wieder, nach einer schwachen Hin- eine starke Rückrunde und hielt die Klasse. Urs Fischer hat einen großen Anteil daran.
Der Kader
Mainz 05 hat die Mannschaft, die die Rückrundentabelle 2025/26 auf Platz 5 abgeschlossen hat, komplett zusammengehalten. Und das ist durchaus ein Statement: Denn eigentlich galt es als sehr wahrscheinlich, dass mindestens einer aus dem unverzichtbaren Trio Paul Nebel, Nadiem Amiri und Kaishu Sano den Abflug machen würde. Nebel ist noch wochenlang verletzt, Amiri hat einen Wechsel ausgeschlossen und bei Sano gibt es eine interne, am 27. August auslaufende Deadline. Dazu haben die Mainzer unter anderem mit Stefan Posch und Sheraldo Becker überzeugende Leihprofis fest verpflichtet, die Innenverteidigung zusätzlich mit dem vielversprechenden Fabio Gruber ergänzt, und im Sturm, zu Fischers Spielstil passend, den schnellen Ransford Königsdörffer dazugenommen. Eine Transferphase, die sich sehen lassen kann.

Die Perspektive
Die Mainzer Mannschaft kennt sich aus der vergangenen Saison, hat sie doch nahezu in genau der Konstellation, die auch am ersten Spieltag gegen den SC Paderborn zu erwarten ist, zusammengespielt. Sano ist einer der besten defensiv orientierten Sechser der Liga. An seiner Seite läuft nahezu jeder Angriff über Schlüsselspieler Amiri. Die noch besser auf Urs-Fischer-Fußball ausgerichtete Offensive, in der Wandstürmer Philipp Tietz mit einem schnellen Nebenmann harmoniert, wird einige Gegner vor schwer lösbare Aufgaben stellen. Bleiben vor allem die Mainzer Schlüsselspieler fit, sollten die Rheinhessen eine sorgenfreie Saison spielen und mit dem Abstieg nichts zu tun haben.
Die Prognose
Der Kader des 1. FSV Mainz 05 ist viel zu gut für den Abstiegskampf. Urs Fischer führt die Rheinhessen durch eine ruhige Saison, in der es für Europa allerdings nicht reicht. Am Ende landet der 1. FSV Mainz 05 auf Platz 9.
SC Freiburg
Wer hätte gedacht, dass der SC Freiburg unter Julian Schuster genau da weitermacht, wo er 2024 unter Christian Streich aufgehört hatte – und sich sogar noch steigert? Aber auch nach dem Einzug ins Finale der Europa League verlieren die Breisgauer nicht die Bodenhaftung. Mit dem 5:1 in der ersten Pokalrunde bei Fortuna Düsseldorf ist ein erster Schritt 2026/27 gemacht.
Der Trainer
Nach zwei Jahren lässt sich mit Gewissheit sagen: Eine bessere Trainerlösung als Schuster hätte der Sportclub nach der Ära Streich kaum finden können. Die Erfolge in den vergangenen zwei Jahren: Platz fünf und Platz sieben in der Bundesliga, im DFB-Pokal Achtel- und Halbfinale. Und eben der Husarenritt ins Finale der Europa-League 2025/26. Schuster ist ein Glücksfall, der abseits des Platzes mit klugen Sätzen glänzt. „Ich möchte, dass sich unsere Ambitionen, Wünsche und Träume in der täglichen Arbeit widerspiegeln“, sagte der 42-Jährige, statt sich auf eine konkrete Zielsetzung festzulegen.

Der Kader
Ganze 60 Millionen Euro kassierten die Freiburger für Johan Manzambi von Aston Villa – Klubrekord. Ansonsten blieb das Gerüst des Kaders zusammen und wurde noch sinnvoll um Stürmer Keisuke Goto sowie die Sechser Rihito Yamamoto und Yannik Engelhardt ergänzt. Zudem kam Mio Backhaus als neue Nummer eins von Werder Bremen. Der bisherige Stammkeeper Noah Atubolu ist nach monatelanger Hängepartie immer noch da, jetzt allerdings scheint Eintracht Frankfurt eine Exit-Option zu bieten.
Die Perspektive
Auch das Dauerthema Atubolu bringt den SCF nicht in Schieflage. Die Mannschaft ist geschlossen und homogen wie wenige andere Bundesligisten, punktuell verstärkt worden und hat mit Schuster einen Trainer, der fachlich und menschlich über alle Zweifel erhaben ist.
Die Prognose
Der Weg der Kontinuität wird fortgesetzt und führt erneut nach Europa. Nach Platz fünf und Platz sieben erreichen Schusters Freiburger Platz sechs.








