Rekordnationalspieler Lothar Matthäus rechnet nach dem frühen Aus bei der Fußball-WM mit einem Abschied von Julian Nagelsmann und einem neuen Bundestrainer für die Nationalmannschaft. „Ich glaube, dass es nach dieser Weltmeisterschaft mit einem neuen Trainer weitergehen muss. Das war einfach zu viel. Es gibt wahrscheinlich einiges aufzuarbeiten, auf dem Platz, außerhalb des Platzes“, sagte Matthäus der Bild.

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Matthäus kritisierte die Leistung im Sechzehntelfinale gegen Paraguay, das Deutschland 3:4 im Elfmeterschießen verlor, empfand sie aber nicht als Einzelfall. „Ein Spiel kann immer passieren. Aber wir haben ja schon gegen Ecuador Katastrophe gespielt“, sagte der 65-Jährige. „Wenn man das Gesamte sieht: Ich bin nicht traurig. Ich bin überrascht, dass man gegen eine so schwache Mannschaft ausscheiden kann. Aber ich bin nicht traurig aufgrund der gezeigten Leistung.“

WM 2026 - Deutschland - Paraguay
Julian Nagelsmanns Zukunft als Bundestrainer ist ungewiss.© Federico Gambarini/dpa | Federico Gambarini


Nagelsmann hatte die DFB-Auswahl im September 2023 als Nachfolger von Hansi Flick übernommen. Bei der Heim-EM war im Viertelfinale Schluss. Die Niederlage gegen Paraguay war Nagelsmanns 37. Länderspiel als Bundestrainer.

Nebengeräusche beim DFB

Matthäus verwies auf die Nebengeräusche. „Es waren viele Schlagzeilen in der Zeitung, das kenne ich von 1994“, meinte er nach dem 3:4 i.E. gegen Paraguay im Sechzehntelfinale. Konkret: „Ich weiß nicht, warum man die ganzen Familien von Anfang an dabei haben muss nach jedem Spiel. Dann geht‘s um Reisemöglichkeiten, um Hotelbuchungen – das war doch alles Thema in der Mannschaft, dass der eine sauer war auf den anderen.“

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Matthäus weiter: „Beim einen durfte die Mama mitfliegen, beim anderen die Frau oder die Kinder – und die anderen mussten mit der Linienmaschine fliegen. Es gab viel Unruhe, es gab nicht den Fokus auf die WM. Die waren keine zwei Wochen in Amerika, und schon waren wieder die ganzen Familien dabei. Die können einfliegen nach dem Viertelfinale, wenn die Mannschaft was geleistet hat.“

Matthäus über Kimmich: Hat sich nicht wohl gefühlt

In Schutz nahm Matthäus Kapitän Joshua Kimmich. „Er ist ja einer, der führen will, das zeigt er auch bei Bayern München. Du musst ihn halt auf die richtige Position stellen. Ich glaube nicht, dass er sich hinten rechts wohl gefühlt hat“, sagte Matthäus. „Er ist für mich nach wie vor ein Spieler, der auch in den nächsten Jahren bei der Nationalmannschaft dabei sein wird.“ dpa/sid