• Die deutsche Fußballnationalmannschaft startete mit einem klaren 7:1-Sieg gegen Curaçao in die WM.
  • Die TV-Experten Jürgen Klopp und Thomas Müller lobten bei MagentaTV besonders das mutige Offensivspiel.
  • Klopp äußerte sich noch einmal zu den Irritationen, die er mit seiner „Noch“-Aussage in Richtung von Julian Nagelsmann erzeugt hatte und entschuldigte sich beim Bundestrainer.

Als Thomas Müller nach dem Abpfiff für MagentaTV am Spielfeldrand über den deutschen WM-Auftakt sprach, fiel ihm keine taktische Analyse und keine große Schlagzeile ein. „Das hat viel Freude gemacht.“ Selten haben fünf Worte einen Fußballabend treffender beschrieben.

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Das 7:1 gegen Curaçao war zwar nur der erwartete Pflichtsieg gegen einen klaren Außenseiter. Doch die Art und Weise dürfte Bundestrainer Julian Nagelsmann deutlich wichtiger gewesen sein als das Ergebnis selbst. Deutschland spielte mutig, beweglich und über weite Strecken mit einer Selbstverständlichkeit, die in den vergangenen Turnierjahren nicht immer zu sehen war.

DFB-Team feiert gelungenen WM-Start: Viel Lob für die Offensive

„Wir waren schon gut auf dem Gaspedal und ich bin schon sehr zufrieden“, sagte Nagelsmann nach der Partie. Besonders die Anfangsphase hatte es ihm angetan. „In den ersten 20 Minuten hatten wir wirklich eine richtig gute Präsenz.“ Auch Jürgen Klopp zeigte sich angetan. Der ehemalige Liverpool-Trainer lobte vor allem die Struktur des deutschen Spiels. „Die ganze Zeit mochte ich unsere Besetzung rund um den Strafraum. Außer beim Gegentor waren wir einfach da.“

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Müller hatte bereits zur Halbzeit kaum Kritikpunkte gefunden. „Es gab fast nur gute Nachrichten“, sagte der Weltmeister von 2014. Besonders das Offensivspiel gefiel ihm. „Es gibt viele einstudierte Varianten. Die Spieler wissen, was zu tun ist.“
Ein Sonderlob hatte Müller für Felix Nmecha übrig. „Er ist der Spieler, den wir brauchen. Er besetzt die Tiefe und geht in den Strafraum. Das ist wirklich top.“ Auch Klopp sah viele gelungene Ansätze, mahnte aber an, gegen den Ball noch konsequenter zu arbeiten.

Thomas Müller und Jürgen Klopp
Prominente Experten bei MagentaTV: Thomas Müller (l.) und Jürgen Klopp.© Felix Hörhager/dpa | Felix Hörhager

Zum Gesicht des Abends wurde Nathaniel Brown. Der Außenverteidiger nutzte seine Chance eindrucksvoll und krönte seine Leistung mit einem Tor. „Ich kann es nicht in Worte beschreiben. Es ist wirklich unglaublich“, sagte Brown anschließend. Die Mitspieler hätten ihm direkt nach dem Schlusspfiff gratuliert. „Es tut gut, dass wir so viele Tore gemacht haben.“ Klopp geriet anschließend regelrecht ins Schwärmen. „Für einen Außenverteidiger ist es außergewöhnlich, in diesem Raum beim 5:1 aufzutauchen. Das kann dir auch keiner beibringen.“

Entwarnung gab Nagelsmann zudem bei Jamal Musiala. Der Offensivspieler hatte bei seiner Auswechslung sichtbar nicht begeistert reagiert. „Er hat sich beschwert bei der Auswechslung und hat gesagt, dass er sich sehr gut fühlt“, berichtete der Bundestrainer. „Also alles gut.“

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Bemerkenswert war an diesem Abend jedoch nicht nur der Auftritt auf dem Platz. Auch rund um die Mannschaft wirkte vieles ungewöhnlich locker. Vor Anpfiff scherzten Müller, Klopp und DFB-Sportdirektor Rudi Völler bei einer Schalte miteinander. Völler stichelte in Richtung des Experten-Duos: „Ihr seid ja mehr für die Komik zuständig.“ Klopp wiederum versicherte im Gespräch mit Nagelsmann später augenzwinkernd: „Wir sind komplett auf eurer Seite und tun nichts dafür, was den Ablauf stören könnte.“

WM 2026: Klopp entschuldigt sich bei Nagelsmann nach „Noch“-Aussage

Der Satz war auch deshalb bemerkenswert, weil Klopp und Müller wenige Tage zuvor bereits für Gesprächsstoff gesorgt hatten. Als Klopp am Donnerstag scherzhaft angemerkt hatte, „zum Glück“ stelle Julian Nagelsmann die Mannschaft auf, ehe er mit einem grinsenden „Noch“ nachlegte, reagierte Müller sofort: „Kloppooooo. Wir haben Juni. Du bist schon im September.“ Die Debatte um die vermeintlich harmlose Spitze nahmen beide inzwischen mit Humor. Klopps Versicherung, man werde „nichts tun, was den Ablauf stören könnte“, klang daher fast wie eine kleine Entschuldigung mit Augenzwinkern an den Bundestrainer.

Überhaupt harmonieren die beiden bislang prächtig. Schon vor dem Spiel hatte Klopp von Wehmut gesprochen, als er die Bilder des deutschen Mannschaftsbusses sah und das DFB-Auswärtstrikot überstreifte. Müller wiederum erinnerte daran, dass er das Nationaltrikot 131-mal getragen hatte. „Vielen Dank an alle Trainer, die mich aufgestellt haben. Hauptsächlich Jogi Löw“, scherzte der Weltmeister.

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Später wurde es sogar kurz persönlich. Auf die Frage nach einer möglichen Trainerkarriere Müllers sagte Klopp: „Natürlich hat er das Zeug zum Trainer. Er ist sehr fleißig und hört auch gut zu.“ Müller winkte ab: „Noch ist nicht die Zeit dazu. Ich möchte auch keine Abkürzungen nehmen, sondern alles aufsaugen.“

Donnerstag

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Vieles an diesem Abend wirkte leicht. Die Expertenrunde. Die Stimmung rund um die Mannschaft. Vor allem aber das Spiel der Deutschen. Und genau deshalb dürfte Julian Nagelsmann mit diesem WM-Auftakt mindestens genauso zufrieden gewesen sein wie mit dem 7:1 auf der Anzeigetafel.